Leverkusen: Bayer-Profi zockte mit
VON TOBIAS KRELL - zuletzt aktualisiert: 26.03.2007Leverkusen (RPO). Beim Poker-Turnier im „Calcio“ machte auch Sergej Barbarez mit. Zu den 66 Teilnehmern gehörten außerdem Bayer 04-Mitarbeiter, Journalisten und Edelfans.
Vorsichtig lugt Sergej Barbarez unter die zwei Karten, die vor ihm auf dem grünen Spieltisch liegen. Mit der linken Hand verdeckt er seinen Nebenleuten die Sicht. Dann hebt er mit rechts vorsichtig die Karten. Der Bosnier in Diensten der Bayer-Profis reibt sich das Ohrläppchen, faltet dann die Hände vor dem Gesicht. Ob er gute oder schlechte Karten hat, lässt er sich nicht anmerken. Als die Reihe an ihn kommt, schiebt er die Karten lässig mit dem rechten Zeigefinger in die Tischmitte. Das signalisiert der Dealerin, so wird die Kartengeberin genannt, dass er in dieser Runde des Poker-Turniers im „Calcio“ aussteigt.
Startvermögen fast verdoppelt
„Texas Hold’Em“
Die inzwischen wohl populärste Poker-Variante wird „Texas Hold’Em“ genannt und wurde auch beim Turnier im „Calcio“ gespielt. Dabei bekommt jeder Teilnehmer pro Partie nur zwei eigene Karten. Dazu kommen bis zu fünf offene Karten in der Tischmitte, die jeder Spieler verwenden kann, um ein gutes Gesamtblatt zu bekommen.
Doch der Stapel an Spielchips vor ihm ist groß. „Es läuft ganz gut. Ich habe mein Startvermögen fast verdoppelt. Gar nicht schlecht für einen Anfänger“, berichtet Barbarez und grinst dabei verschmitzt. Gefragt nach seiner Taktik zieht er einen Parallele zum Fußball. „Ich spiele italienisch, Catenaccio. Zurückhaltend spielen und dann zuschlagen, wenn ich ein gutes Blatt habe“, erklärt er. Diese Strategie hat ihm Olaf Schimpf empfohlen, der Deutschland-Sprecher des Internet-Pokeranbieters und neuen Bayer-Sponsors Everest Poker. „Tight-aggressive“ nennt sich die Taktik im Profi-Jargon.
Mit der schafft es Barbarez erstaunlich weit. Mehr als die Hälfte der 66 Teilnehmer des Turniers für Bayer 04-Mitarbeiter, Journalisten und Edelfans hat bereits die Segel gestrichen, als dem Bosnier die Spielchips ausgehen. Er belegt den 31. Platz. „Das ist aller Ehren wert“, findet Schimpf. Und immerhin mehr als 30 Plätze besser als Dirk Dreher. Der Co-Trainer von Bayers Regionalliga-Mannschaft hat sich schon früh verzockt, alles auf ein vielversprechendes Blatt gesetzt und schied als einer der Ersten aus.
Schimpf hätte gerne weitere Spieler des Bundesliga-Teams im Turnier gesehen, doch die Länderspiel-Einsätze verhinderten das bei dem ein oder anderen Interessierten. „Bernd Schneider, Stefan Kießling und Gonzalo Castro wären gerne dabei gewesen“, so der Sprecher des Poker-Anbieters. Der plant nun mit Prominenz auch Turniere für Fans – sowohl im Internet als auch an echten Tischen. „Und ein internes Bayer 04-Turnier mit Spielern der ersten und zweiten Mannschaft sowie Mitarbeitern des Vereins wird es auch geben“, kündigt Schimpf an. Sorgen vor der gelben Karte müssen sich die Kicker am Poker-Tisch nicht machen. Denn die findet nur als farbiger Sichtschutz Verwendung und soll verhindern, dass einer der Spieler die unterste Karte des Stapels erkennt.
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