Leverkusen: Bayer verstärkt die Forschung
VON ULRICH SCHÜTZ - zuletzt aktualisiert: 30.07.2010Leverkusen (RPO). Vorstandschef Werner Wenning erwartet 2010 für Bayer ein Umsatzplus von fünf Prozent.
Der Aktienkurs der Leverkusener Ex-Bayer-Tochter Lanxess AG, dem einstigen Kellerkind der Chemiebranche, geht seit rund einem Jahr fast kontinuierlich bergauf. Ein Zeichen für das Anziehen der Konjunktur in Schlüsselindustrien. Dass sich die Wirtschaft in diesem Jahr weltweit erholt, glaubt auch Werner Wenning.
Im Konzernverbund verbesserte vor allem die in der Wirtschaftskrise schwer angeschlagene Chemiesparte MaterialScience ihre Umsätze deutlich. Der Vorstandsvorsitzende des Bayer-Konzerns teilte gestern bei der Vorstellung der Zahlen für das zweite Konzern-Quartal mit: Bayer wolle den Umsatz in diesem Jahr um mehr als fünf Prozent erhöhen. Die Kennzahl EBITDA soll nach Bayer-Angaben auf mehr als sieben Milliarden Euro steigen.
Forschungsetat wird erhöht
Der Ende September ausscheidende Unternehmenschef kündigte gestern eine weitere Erhöhung des Forschungsetats um 200 Millionen Euro auf insgesamt 3,1 Milliarden Euro an. Ein neues Rekordniveau für Bayer (2009 lagen die Forschungskosten bei 2,8 Milliarden Euro). Schon im vergangenen Quartal legte der Konzern bei den Forschungsausgaben rund 85 Millionen Euro drauf.
Zweites Quartal
Konzernumsatz 2. Quartal: Anstieg um 14,6 Prozent auf rund 9,2 Milliarden Euro (Vorjahr: rund 8 Milliarden Euro).
EBITDA: Das um Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen erhöhte sich laut Bayer um 8,6 Prozent auf rund 1,9 Milliarden Euro (Vorjahr: rund 1,8 Milliarden Euro).
EBIT vor Sondereinflüssen: 1,3 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,1 Milliarden Euro).
EBIT mit Sondereinflüssen: minus 1,6 Prozent auf eine Milliarde Euro.
Konzernergebnis: 525 Millionen Euro (Vorjahr: 532 Millionen Euro).
Ausgaben für Rechtsfälle bei HealthCare und CropScience: 123 Millionen Euro.
Abschreibung für Krebsmedikament Zevalin: rund 132 Millionen Euro. (Alle Angaben: Bayer)
Wenning ließ sich dazu in der Pressemitteilung gestern zitieren mit: "Damit unterstützen wir unsere erfolgreiche Forschungs- und Entwicklungspipeline im Pharmageschäft – und wir untermauern unsere Position als führendes Forschungsunternehmen der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Deutschland."
Probleme bereitet momentan der Teilkonzern CropScience. Die Einnahmen in den Bereichen Insektizide, Fungizide und Saatgutbehandlungsmittel gingen nach Konzernangaben stark zurück. In Europa registrierte Bayer leichte Einbußen von drei Prozent. Vor allem die ungünstigen Wetterbedingungen seien der Grund, hieß es. In Nordamerika sackte der Umsatz sogar um 30 Prozent durch. Dort sei das Geschäft von "einer schwierigen Markt- und Wettbewerbssituation" geprägt gewesen. Zudem musste sich der Konzern dem Preisdruck durch Generika-Hersteller aus den USA stellen. Umsatzsteigerungen von bis zu 6,5 Prozent gab es dagegen in Asien/Pazifik und Lateinamerika/Afrika/Nahost.
Leichtes Plus bei HealthCare
Der Gesundheits-Teilkonzern HealthCare legte beim Umsatz um zwei Prozent und damit nur leicht zu. Bei einzelnen Produkten (Blutermedikament Kogenate) erhöhte Bayer den Umsatz um bis zu 25 Prozent. Die Verkaufsmengen des Verhütungsmittels YAZ reduzierten sich nach Bayer-Angaben um rund 15 Prozent. Die Konkurrenz durch Generika-Hersteller in den USA drückten auf das Konzerngeschäft.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport,
Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder,
Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.



