Leverkusen: Bayerwerk innovativ vermieten
VON ULRICH SCHÜTZ - zuletzt aktualisiert: 08.03.2007Leverkusen (RPO). Die Leverkusener Sozialdemokraten haben sich viel, vielleicht zuviel vorgenommen. Die SPD-Mitglieder wollen Leitlinien zur Wirtschaft, Kultur, Umwelt und Schulen diskutieren. Der Vorwahlkampf hat damit wohl begonnen.
Die SPD Leverkusen will mal wieder ein wenig politische Kante zeigen, sich absetzen von dem Alltag der Ratskooperation mit dem Gegner CDU. Die Genossen diskutieren momentan die gesamte (Kommunal-)Politik und formulieren SPD-Standpunkte. Vielfach gießen die Genossen einfach neuen Wein in alte Schläuche. Beispiel: der Bayer-Chemiepark, sprich der Werksstandort Wiesdorf. „Die SPD sieht den Eigentümer in der Verpflichtung, die Anstrengungen zur Vermarktung dieser Gelände zu erhöhen“, heißt es in einem Thesenpapier. Und: „Es müssen über die bestehenden Ansätze hinaus innovative Konzepte entstehen, die die Ansiedlung neuer Unternehmen ermöglichen.“
Baukosten
Die Gesamtbaukosten für konventionell gebaute Wohngebäude sind in NRW seit 2000 um 4,4 Prozent gestiegen, teilte gestern die städtische Statistikstelle mit. Berechnet man nur den Aufwand für den Rohbau, dann sind die Kosten bis 2005 leicht gesunken. Heute liegen sie auf dem Niveau von 2000. Die Ausbauarbeiten kletterten seit 2000 um 8,5 Prozent.
Bei dieser Forderung wird es die Macher des Chemieparks freuen, dass die Genossen eine Zusammenarbeit von Stadt Leverkusen, den Chemiepark-Eignern und der Region Rheinland erwarten. Das Gelände zwischen B 8 und Rhein lasse „in erheblichem Umfang die Ansiedlung neuer oder die Ausdehnung bestehender Industriebetriebe zu“, haben die Genossen bemerkt.
Innenstadt verdichten
Dieser umwerfende Analyseversuch wird dann gesteigert mit der Erkenntnis, dass in dem Chemiepark auch „innovative Branchen“ angesiedelt werden sollten, die nicht der eigentlichen Chemieindustrie zuzuordnen sind. Was die Genossen bei dieser „Zukunftsaufgabe“ unter „innovativ“ verstehen, breiten sie in ihrem Thesenpapier nicht aus.
Zehn Schreibmaschinenzeilen reichen einigen SPD-Denkern, um das Thema „Chemiepark Wiesdorf“ abzuhandeln. Dann wenden sich die Genossen in dem Thesenpapier der übrigen „Raumplanung“ des Stadtgebietes Leverkusen zu und versuchen es wieder mit „innovativen“ Konzepten: Im Bereich Wohnungsbau müsse eine „weitere Verdichtung bereits gut erschlossener Gebiete“ erreicht werden, um damit andere Flächen zu schonen, ist der Genossen-Wunsch.
Über Grundstücksteilungen und Hinterlandbebauung in zentralen Lagen soll weiterer Hausbau ermöglicht werden, um eben gleichzeitig „ökologisch wertvolle Außenbereiche“ zu erhalten. Diese Verdichtungs-Variante des Wohnungsbaus wolle die SPD „verstärkt“ verfolgen. Schrieben die SPD-Denker in ihr Thesenpapier.
Im Kontrast zur gewünschten Verdichtung fordern die Sozialdemokraten unter dem Titel „Die natürlichen Lebensgrundlagen“ im Unterabschnitt „Luft“ als Ziel die „Gestaltung von grünen Schneisen in der Stadt“. Mit Blick auf die Luftbelastung sei konsequentes Vorbeugen immer noch besser als „Fahrverbote oder andere Einschränkungen“.
Parteitag Die SPD-Thesen werden am Samstag auf dem SPD-Parteitag in der Gesamtschule Rheindorf, Deichtorstraße, ab 10.30 Uhr beraten.
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