Leverkusen: Bierbörse: heute Sicherheitstreffen
zuletzt aktualisiert: 29.07.2010Leverkusen (RPO). Werner Nolden, Veranstalter der Bierbörse Opladen, zu Lehren aus der Katastrophe der Loveparade, der sicheren Vorbereitung von Großereignissen und einer Sicherheitskonferenz heute bei der Stadt.
Tödliches Chaos auf der Loveparade - ein Überblick
Die Stadt Leverkusen zieht offenbar Lehren aus der Katastrophe bei der Duisburger Loveparade. Sie ist heute Gastgeber einer Sicherheitskonferenz, die sich mit der Opladener Bierbörse beschäftigt. Die Börse wird von Freitag, 13., bis Montag, 16. August, auf der Opladener Schusterinsel stattfinden. Im Interview erläutert Veranstalter Werner Nolden unter anderem, warum er die Konferenz sehr begrüßt.
Herr Nolden, Sie veranstalten seit 29 Jahren Großereignisse. Können Sie uns sagen, was bei der Loveparade in Duisburg schief gelaufen ist?
Nolden Das ist eine sehr schwierige Frage für mich, da ich ja als Unbeteiligter keine näheren Einblicke habe. Augenblicklich werden ja fast täglich neue Vorwürfe erhoben, die ich nicht überprüfen kann. Hinterher lässt sich immer leicht über so etwas reden. Aber ich finde, es geht bei der Klärung der Schuldfrage um so wesentliche Dinge, dass ich mich von außen an Spekulationen nicht beteiligen möchte.
Waren Sie selbst denn mal zu Gast bei einer Loveparade?
Nolden Ja. In Berlin. Und ich kann nur sagen: Dort gab es ausreichend Platz für alle. Rechts und links der Strecke war ein mindestens zehn Mal so großes Gelände als Rückzugs- und Ausweichfläche nutzbar. Das schafft Sicherheit. Diese offenen Räume sind auch in unserem Konzept zur Opladener Bierbörse immer ganz wichtig gewesen.
Wie ist denn da der Stand der Vorbereitungen in Sachen Sicherheit?
Nolden Ich freue mich zunächst einmal, dass es heute um zehn Uhr im Leverkusener Ordnungsamt eine große Sicherheitsbesprechung mit der Stadt, der Feuerwehr, aber auch DRK, Polizei und mir als Veranstalter geben wird. Das habe ich mir schon seit Jahren gewünscht. Jetzt, unter dem Eindruck von Duisburg, ist es offenbar auch der Stadt verstärkt ein Anliegen, dass sich alle Beteiligten auf offizieller Ebene bei so einem Treffen austauschen.
Warum ist das so wichtig?
Nolden Weil sich selbst bei einer so eingefahrenen Veranstaltung wie der Bierbörse manches von Jahr zu Jahr ändern kann. Ansprechpartner zum Beispiel. Jeder sollte genau wissen, was der andere tut und wo er im Ernstfall zu finden ist. Und ich setze darauf, dass es auch eine qualifizierte Abnahme des Geländes durch Stadt und die Feuerwehr geben wird, bevor es losgeht.
Worauf achten Sie selbst besonders?
Nolden Alles kann ich gar nicht aufzählen, soviel kommt da zusammen. Wir haben beispielsweise drei große Eingänge aufs Festgelände, könnten aber noch ein Tor zu einem angrenzenden Privatgrundstück öffnen, wenn das notwendig sein sollte, etwa für Rettungswagen. Da will ich genau wissen, wer den Schlüssel zu diesem Tor hat. Und von den Standbetreibern lasse ich mir sowohl die Policen der betrieblichen Haftpflichtversicherung zeigen als auch die vorgeschriebenen Fünf-Kilo-Feuerlöscher.
Wie wichtig sind die Ordner?
Nolden Sie sind das Herzstück, wenn es um die Sicherheit geht. Wir arbeiten mit BaySecur-Leuten. Denn ich brauche Menschen mit Erfahrung und Ortskenntnis. Mir nutzt der bestangezogene Ordner mit Funkgerät nichts, wenn der erst mal aus Frankfurt mit dem Zug anreisen muss und sich nicht auskennt. An Sicherheit spart man nicht.
Deshalb ist sie auch teuer?
Nolden Ein Beispiel. Unsere Nachbetrachtung der Kölner Lichter hat gezeigt, dass 30 bis 35 Prozent unseres finanziellen Etats für Sicherheit ausgegeben worden ist. Sie bekommen so etwas nicht für kleines Geld.
Kann denn der Besucher auch etwas tun, um zur Sicherheit beizutragen?
Nolden Oh ja. Bei allem Spaß: Das eine Bier zuviel möglichst nicht trinken. Da habe ich aber Vertrauen in die allermeisten Besucher. Während etwa beim Münchner Oktoberfest der Pro-Kopf-Bierumsatz im Bereich von Litern liegt, beträgt er bei der Bierbörse zwei bis drei Stangen Kölsch. Dennoch habe ich zusätzlich Leute im Einsatz, die beobachten, ob und an welchem Tisch die Stimmung zu kippen droht. Wir wollen wirklich, dass alle fröhlich und sicher feiern.
Peter Korn führte das Interview
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum






