Rheindorf: Blümchenhemden und rosa Röcke
VON BARBARA SCHMICKLER - zuletzt aktualisiert: 19.10.2009Rheindorf (RPO). Menschenmassen pilgerten zwar nicht auf den Straßen Rheindorfs, aber der Saal Norhausen ist ja auch nicht Woodstock. Genau 40 Jahre nach einem der bekanntesten Musikfestivals ist der Mythos am Samstagabend mit drei Bands, Kölsch und über 250 Partygästen in Rheindorf wiederbelebt worden. Einige Hippies und Fotos von Woodstock inklusive.
Hippie-Klamotten ersteigert
Er trägt eine gelb-orangene Hose, sein Hemd ist türkisblau mit Drachenmuster, die Brusthaare sind nicht zu übersehen. Obwohl Thomas Blankenstein in der zweiten Hälfte der 60er Jahre noch gar nicht geboren war, scheint er ein echter Hippie zu sein. Originale Hippie-Klamotten aus den Siebzigern hatte er extra bei ebay im Internet ersteigert.
"Das Lebensgefühl gefällt mir, das friedliche und harmonische Miteinander", schwärmt er. Am Samstagabend hatte ihn Organisator Frank Lagemann mit seiner Band "Blumengroup" aus dem Ruhrgebiet zum ersten Mal engagiert. In Lederjacken und Jeans, Blümchenhemden und rosa Rock sangen sie als erste Gruppe des Abends legendäre Lieder wie "California Dreaming" von den "Mamas und Papas" oder "My Generation" von "The Who".
"Mir gefällt's gut", urteilte Eva aus Rheindorf in Cowboystiefeln, bevor sie auf einer imaginären Luftgitarre spielte. Martin aus Burscheid hätte sich die Altersgruppe jünger vorgestellt. Trotzdem sei die Musik nicht schlecht. Die Musik und deren angenehme Lautstärke fand Susanne aus Köln genau richtig. "Ich war schon mit Freunden auf einer Flower Power-Mottoparty, daher haben wir alle große Brillen und Haarteile, aber heute haben wir uns nicht getraut, das anzuziehen", gestand sie.
Aufgefallen wäre sie, denn Hippies in Schlaghosen waren in der Minderheit. Alte Bilder auf der Großleinwand in der Halle erinnerten an das Festival. Matthias Dickerboom, Bassist der zweiten Band "Underrock", war zwar nicht selbst bei Woodstock: "Da war ja noch nichts mit Live-Übertragung, aber den Film habe ich ein Jahr später im Kino gesehen", sagt der Musiker mit den langen Haaren.
Als dritte Band heizte die Gruppe "Zantana" die Rheindorfer ein. Der Name in Anlehnung an Carlos Santana ist Woodstock pur. Egal ob Rock'n Roll oder afro-kubanische Rhythmen, das rockige "Smooth" oder das melancholische "Samba Pa Ti", für fast jeden war das passende Lied dabei.
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