Leverkusen: Bücher-Inventur dauert drei Jahre
VON MONIKA KLEIN - zuletzt aktualisiert: 13.03.2009Leverkusen (RPO). SCHLEBUSCH "Hier sieht man, wie wichtig das Zusammenspiel ist zwischen Museum, Sponsoren und Ehrenamt", zeigt Museumsdirektor Dr. Markus Heinzelmann auf die umfangreiche Bibliothek im Keller der Remisen von Schloss Morsbroich. Rund 25 000 Titel sind dort auf etlichen Regalmetern untergebracht. Die älteren Bestände sind inventarisiert und vor einem Jahr haben Ehrenamtliche damit begonnen, jedes Buch auch digital zu erfassen. Doch bis diese Arbeit abgeschlossen ist, dürften schätzungsweise noch drei Jahre ins Land gehen. Zumal wöchentlich Neuerscheinungen ankommen, zumeist Ausstellungskataloge der 120 Häusern, mit denen das Museum in Schriftenaustausch steht.
Lob für die vier "Engel"
"Vorrang haben immer die Neueingänge", erklärt Christiane Neipp, ehrenamtlerin, die früher in der Unibibliothek Heidelberg gearbeitet hat. "Ohne diese vier Engel könnten wir das gar nicht machen", lobt Heinzelmann deren Engagement. Wie viel mühselige Arbeit hinter der Erfassung steckt, weiß er aus eigener Erfahrung. Als Student habe er diese Tätigkeit im Stadtmuseum Münster verrichtet. "Bei uns hieß es immer: wer liest, der fliegt", lacht er und erinnert sich daran, dass manches Buch durchaus zur intensiveren Betrachtung einlud.
Das Team, das hier unter dem Verwaltungstrakt des Museums sichtet, sortiert, Unpassendes ausmistet und systematisch in die Datei aufnimmt, ergänzt sich bestens. Denn jeder bringt andere Erfahrungen ein. Ingrid Ohms ist Buchhändlerin und hat zunächst für eine systematische Ordnung gesorgt. Hannelore Wasow war bei der Kulturabteilung Bayer tätig und hat dort die Kunstsammlung im Archiv aufgearbeitet. Sie weiß, wie mühsam es mitunter ist, an die gewünschten Informationen zu kommen. Als letzter Ehrenamtler stieß Helmut Langen zum Team, als er vor einem Jahr in den Ruhestand ging. Die letzten zehn Jahre seines Berufslebens hat er als Softwareentwickler in einer Düsseldorfer Firma gearbeitet und bringt von daher die Kenntnisse zur elektronischen Datenverarbeitung mit.
Gearbeitet wird mit dem Programm "Museum plus", das zunächst nur auf einem Verwaltungsrechner aufgespielt war, an dem die Sammlung inventarisiert wird. Dank der Spende der Sparkasse konnte ein eigenes Gerät für die Bibliothek angeschafft werden, so dass man parallel arbeiten kann.
5000 Euro für Laptop und Software
Etwa 5000 Euro kosteten Laptop und die Spezialsoftware. Für die Zukunft wünscht man sich eine Vernetzung der Stationen, was noch einmal 2000 Euro kosten würde. Denn Ziel der Inventarisierungen ist, dass Nutzer irgendwann Querverweise auf Kunstwerke beziehungsweise vorhandene Literatur abrufen können.
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