Leverkusen: "Bürgerbusch wird sauberer"
zuletzt aktualisiert: 04.04.2009Leverkusen (RPO). Wilfried Hilgert, der neue Besitzer von Bürgerbusch und Scherfenbrandwald, über seine Beweggründe für den Kauf und seine Pläne für das beliebte Naherholungsgebiet.
Herr Hilgert, die Nachricht, dass der Bürgerbusch einen neuen Besitzer hat, bewegt viele Menschen in Leverkusen. Ein Jahr lang stand das beliebte Naherholungsgebiet zum Verkauf. Was hat Sie bewogen, es jetzt zu erwerben?
Hilgert Ich wohne in Hennef und besitze dort ein etwa 100 Hektar großes Waldgebiet plus Ackerflächen. Durch den Kauf des Bürgerbuschs und Scherfenbrandwaldes mit seinen 300 Hektar kann ich besser Wald- und Forstwirtschaft betreiben. Ich war auch am Landeswald Eifel interessiert. Das wären 2700 Hektar gewesen. Dieser Kauf ist aber nicht zustande gekommen.
Wie lange haben die Verhandlungen mit der Diergardtschen Forstverwaltung gedauert?
Wilfried Hilgert
Alter 75 Jahre
Beruf Immobilienmakler
Firma Glückstädter Heringsfischerei Immobilien- und Bau Gesellschaft (früher tatsächlich im Fischfang aktiv, heute vor allem Grundstücks- und Immobiliengeschäfte.
Leidenschaft Schach (Sponsor von Großmeister Robert Hübner)
Hilgert Etwa eine Stunde zuzüglich einer Nacht Bedenkzeit durch die Eheleute von Diergardt. Ich bin ein schnell entschlossener Mensch.
Den Leverkusenern liegt sehr viel am Erhalt des Bürgerbuschs . . .
Hilgert Ich kann Ihnen versichern: mir auch. Mein Anliegen ist es, das Gebiet zunächst einmal in Ordnung zu bringen. Ich habe mich umgesehen und zu viel Wildbruch entdeckt. Herumliegende Äste, andere Baumteile – das gefällt mir nicht. Ich möchte, dass die Spaziergänger Freude an dem Wald haben. Der Bürgerbusch wird sauberer.
Was werden Sie noch verändern?
Hilgert Ich bin zwar kein Jäger, finde aber trotzdem, dass in einen Wald auch Wild gehört. Deshalb werde ich den Revierförster bitten, künftig verstärkt auf freilaufende Hunde zu achten. Es kann nicht sein, dass Rehe verschreckt werden, nur weil Hundebesitzer ihre Tiere nicht anleinen. Auch viele Spaziergänger, Jogger und Radfahrer wünschen sich doch, dass die Leinenpflicht für Hunde vernünftig eingehalten wird. Ich bin überzeugt, dass Förster Zimmermann darauf achten wird. Das ist ein guter Mann, mit dem kann ich vertrauensvoll zusammenarbeiten.
Sie sind vor allem als Immobilien-Unternehmer im Kölner Raum aktiv. Bedeutet der Kauf des Bürgerbuschs, dass Sie sich künftig auch verstärkt nach Leverkusen orientieren werden?
Hilgert Es stimmt, unsere Firma investiert vor allem im Kölner Raum. Aber wenn mir in Leverkusen ein schönes Objekt vernünftig angeboten wird, sage ich sicher nicht "Nein".
War denn der Bürgerbusch so ein "vernünftiges Angebot"? Wie viel haben Sie am Ende für das Gebiet bezahlt?
Hilgert (lacht) Wissen Sie, das habe ich jetzt glatt vergessen. Ich werde 76, da bekommt man schon mal Alzheimer-Anfälle.
Vor einem Jahr hieß es, für den Bürgerbusch sollten 2,9 Millionen Euro und für den Scherfenbrandwald noch einmal 3,5 Millionen Euro eingenommen werden.
Hilgert Das wären ja über sechs Millionen. Sie können davon ausgehen, dass ich diese Summe nicht gezahlt habe – nicht einmal annähernd.
Peter Korn führte das Interview mit Wilfried Hilgert.
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