Leverkusen: Bunte Lernwelt Zirkus
VON INA LAUER - zuletzt aktualisiert: 15.10.2010Leverkusen (RPO). Jongleur, Dompteur oder Ballerina – wie es ist, einmal Zirkusartist zu sein, erfahren derzeit 78 Kinder mit dem Zirkusprojekt Rämmi Dämmi. Für die Aufführung vor Publikum am Samstag üben die kleinen Artisten fleißig.
Ganz eng haben sich die sechs Tiger aneinander gekuschelt. Der Kopf ist nach unten gesenkt. Dann beginnt der erste, sich auf Anweisung von Zirkusdirektor Peter Krüger über seine Gefährten hinwegzurollen – und schließt an das hinterste Tier an. Die anderen tun es ihm nach, bis auf eine Schlafmütze, die der Dompteur anstupsen muss. Einmal aufgeweckt, entpuppt sich diese als Frechdachs und schlägt dem Direktor auf den Po. Doch Entwarnung: Die Szene ist einstudiert. Die Tiger sind in Wirklichkeit Kinder, und Peter Krüger ist, was er spielt: Direktor des Mitmachzirkus Rämmi Dämmi.
Spagat auf dem Seil
Zirkus Rämmi Dämmi
In diesem feiert der Zirkus ein Jubiliäum in Leverkusen. Denn seit mittlerweile 20 Jahren arbeitet die Stadt schon mit dem Mitmachirkus zusammen. Generalprobe ist am Samstagvormittag mit Kostümprobe und Schminken. Eine Galavorstellung am Samstag, 16. Oktober, ist krönender Abschluss. Der Eintritt dafür kostet vier Euro.
Bis Samstag, 16. Oktober, gastiert der Zirkus auf der großen Wiese hinter dem Freizeitbad CaLevornia auf der Straße Am Stadtpark. Am Samstag ist auch die große Vorstellung, bei der die kleinen Artisten ihren Eltern, Freunden und Verwandten beweisen können, was sie in vier Tagen Erlebniszirkus einstudiert haben. Doch bis dahin ist für die 78 Kinder und neun Zirkus-Mitarbeiter noch einiges zu tun.
Während Selina (9) und Kristin (12) im großen Zelt auf der Wiese versuchen, zu zweit das Gleichgewicht auf einem Gymnastikball zu halten, balanciert die neunjährige Lina hinter dem Zelt auf einem Seil. Einen Fuß vor den anderen setzt sie dabei, und ab geht es runter in den Spagat. Was bei der Neunjährigen wie eine Kleinigkeit aussieht, können fast alle zehn Kinder in der Gruppe Balancieren am Seil.
Egal, ob Jonglage, Akrobatik oder Clownerie – mit Feuer und Flamme sind alle 78 Kinder dabei. "Wäre die Schule so eine bunte Lernwelt, wären die Schüler wahrscheinlich mit genauso viel Eifer im Unterricht. Wir könnten das Projekt auch in einer Turnhalle machen, doch das Erlebnis muss für die Kinder echt sein", erklärt Peter Krüger, der seit 27 Jahren den Mitmachzirkus betreibt.
Höhenangst kein Problem mehr
"Viele Kinder lernen bei uns, ihre Ängste abzubauen. Wir haben schon mit Kindern gearbeitet, die sich vorher zu Hause nicht einmal auf einen Hocker getraut haben, im Zirkus mit der Leiterakrobatik in zwei Meter Höhe plötzlich aber keine Probleme mehr hatten."
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