Leverkusen: CDU: Buchhorn ist OB-Kandidat
VON LUDMILLA HAUSER - zuletzt aktualisiert: 25.09.2008Leverkusen (RPO). Mit einer deutlichen Mehrheit holte sich gestern Reinhard Buchhorn die Erlaubnis der Parteikollegen, 2009 als Oberbürgermeisterkandidat ins Rennen zu gehen. Andreas Eckloff hatte mit ihm konkurriert.
Als Ursula Monheim die Entscheidung der CDU-Mitglieder um 21.15 Uhr verkündete, hatte Reinhard Alfred Buchhorn die Lippen fest aufeinandergepresst – eine Gefühlsregung ließ sich erstmal nicht aus dem Gesicht lesen. Vielleicht, weil der 61-Jährige „im Vorfeld fest damit gerechtet“ hatte, dass er gewinnt, weil er „zielstrebig und ohne einen Moment des Zweifels“ an diese Kandidatur herangegangen ist, wie er später, nach dem ersten Gratulantensturm, erzählte. „Ich war mir aber auch sicher, dass die Entscheidung erst heute Abend im Saal fällt.“
Am Puls der Stadt
Volles Haus
Das Rennen Eckloff (Foto: UM) versus Buchhorn lockte: 278 Stimmberechtigte waren zur Wahl da. „Full House wie noch nie“, kommentierte ein CDUler. 275 wählten, 272 Stimmen waren gültig.
Sie fiel nach zwei 20-minütigen Vorstellungen von Buchhorn und seinem Mitkandidaten Andreas Eckloff, nach über einer halben Stunde intensiver Nachfragen der Parteimitglieder und einer Dreiviertelstunde zähen Wartens, bis der Wahlgang und die Auszählung abgeschlossen waren. 167 Christdemokraten entschieden sich für den Chef der Arbeitsgemeinschaft Leverkusen (AGL). 104 Stimmen verlas Parteichefin Ursula Monheim zunächst für Rechtsanwalt Eckloff, die Parteispitze korrigierte das Ergebnis dann aber auf 105 Stimmen für den Rheindorfer.
Beide Kandidaten hatten für ihre Reden ähnliche Themen gewählt: beide fühlten sich „am Puls der Stadt“ (Buchhorn), beiden lag Leverkusens Fortbestand als Stadt am Herzen (Eckloff: „Ich möchte nicht, dass wir in den nächsten Jahren das Kölner Kennzeichen an unsere Autos montieren müssen“).
Die neue Bahn-Stadt als Chance für wirtschaftliche und bildungspolitische Entwicklung – Stichwort Campus Leverkusen, die neue City mit dem ECE-Kaufhaus, eine Stärkung der Wirtschaftsförderung, ein zwingend notwendiger Weg aus dem Nothaushalt (Buchhorn: „Der Satz des SPD-Kämmerers ,Wir sind zu arm zum Sparen’ darf nicht gelten“; Eckloff: „Gedankliche Anleihen bei den schuldenfreien Städten Düsseldorf und Langenfeld müssen möglich sein“): Die parteiinternen Kontrahenten hatten sich auf die aktuellen Probleme der Stadt konzentriert.
Buchhorn führte etwas intensiver aus, Eckloff zog Zitate von CDU-Größen wie Konrad Adenauer und Roman Herzog heran. Gerade ihm fühlten die Mitglieder in der Fragerunde auf den Zahn: Klaus Hupperth wollte etwa wissen, wie Eckloff sich eine vertrauensvolle Zusammenarbeit vorstelle, wo er doch versucht habe, sich gegen die CDU, aber mithilfe anderer Parteien zum Bezirksvorsteher wählen zu lassen. Eckloffs Antwort: „Was Herr Hupperth sagt, ist die Unwahrheit.“
Unter Volldampf
Am Ende hatte Buchhorn stärker überzeugt. Bei seiner Frau Beate muss er das nicht mehr. Auf die Frage, ob ihr Mann bald vielleicht seltener daheim sei, sagte sie: „Ich weiß, dass er alles was er tut engagiert und unter Volldampf macht.“
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