Leverkusen: CDU kritisiert SPD, Linke den Wupsi-Chef
VON ULRICH SCHÜTZ - zuletzt aktualisiert: 13.08.2010Leverkusen (RPO). Die Problematik der 16 Wupsi-Fahrer, deren Zeitverträge auslaufen und die keine Vertragsverlängerung bei der Wupsi bekommen, sorgt für anhaltenden politischen Wirbel. Nach der SPD bezogen gestern auch CDU und Linke – sehr kontrovers – Stellung.
CDU-Ratsherr und Wupsi-Aufsichtsrat Albrecht Omankowsky sieht keine Möglichkeit, den Wupsi-Fahrern zu helfen. Zumindest nicht durch die Leverkusener Politik. Die gültigen Tarifverträge für die Wupsi und die anderen kommunalen Busunternehmen seien mit der Gewerkschaft Verdi ausgehandelt worden. Vor allem: Die Arbeitnehmervertreter hätten dem Tarifvertrag im Wupsi-Aufsichtsrat zugestimmt, erinnert Omankowsky. Das Verhalten von Wupsi-Chef Marc Kretkowski sei also rechtmäßig, signalisiert der CDU-Mann.
Buslinien einsparen ist schlecht
Die Alternative, beim Angebot der Buslinien zu sparen, sei die denkbar schlechteste, meint der Ratsherr. Man dürfe die "Interessen der Nutzer des ÖPNV nicht vergessen", ließ sich der Christdemokrat gestern in einer CDU-Pressemitteilung zitieren. Damit kritisiert der CDU-Politiker die Stellungnahme des Leverkusener SPD-Vizefraktionsvorsitzenden Heinz-Gerd Bast. Dieser hatte dazu aufgerufen, bei der Wupsi für die 16 Fahrer eine Lösung zu finden, die eine Einstellung ermöglicht, aber auch das Sparprogramm der Wupsi nicht stärker beeinträchtigt. Das gehe gar nicht, sagt der politische Gegner Omankowski. "Der Regierungspräsident hat mit seiner Verfügung, den Zuschuss der Stadt noch einmal um 100 000 Euro zu kürzen, den Geldhahn weiter zugedreht", sagt Omankowsky laut CDU-Mitteilung.
Sechs Monate Wartezeit
Die 16 Fahrer müssen jetzt sechs Monaten warten, dann kann die Wupsi sie wieder einstellen – zu einem niedrigeren Grundgehalt. Dies kann bewirken, dass diese Fahrer Sozialleistungen aus dem städtischen Geldtopf erhalten müssen. Auf diese Problematik "bei den Wupsi-Zuschüssen sparen, aber mehr Sozialleistungen auszahlen müssen" geht die CDU in ihrer Mitteilung nicht ein.
Die Sprecherin der Ratsgruppe "Die Linke", Ruth Tietz, wirft dem Wupsi-Chef vor, "mit frisierten Zahlen" zu arbeiten. Der Buschef hatte erklärt, eine sofortige Festanstellung der 16 Fahrer würde in 30 bis 40 Jahren eine Mehrbelastung von 1,7 Millionen Euro bedeuten. Nach Rechnung der Linken seien es tatsächlich nur 0,6 Millionen Euro. Schreibt Ruth Tietz. Dies sei für die Wupsi verkraftbar. Die Wupsi solle die Fahrer sofort einstellen.
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