Leverkusen: CDU verliert den Machtkampf "Sparkasse"
VON ULRICH SCHÜTZ - zuletzt aktualisiert: 24.08.2009 - 20:15Leverkusen (RPO). Die CDU-Fraktion hat gestern ihren Antrag zur Sparkasse im Stadtrat nicht zurückgezogen. Mussten die Christdemokraten auch gar nicht: Die politischen Gegner nahmen der CDU die Kontrolle über das Verfahren ab: Mit 33 zu 32 Stimmen entschieden SPD, Grüne, ProOp und Bürgerliste, dass der Komplex "Sparkasse" von der öffentlichen Tagesordnung genommen wurde.
In der Sache gab es keine Diskussion. Dafür stimmte der Stadtrat wenig später in nichtöffentlicher Sitzung einstimmig für Markus Grawe als neues drittes Mitglied des Vorstandes der Sparkasse Leverkusen. Die CDU hatte mit FDP und OWG-UWG beantragt, den Sparkassen-Vorstand auf zwei Mitglieder zu beschränken.
Das reiche, hatte CDU-Fraktionsvorsitzender Klaus Hupperth begründet. Die Leverkusener Sparkasse sei auch mit zwei Vorständen "sicher durch die Bankenkrise geführt worden" und habe "sogar Gewinne erzielt". Einen dritter Vorstand, der auch noch als "Aufpasser" fungieren solle, brauche das Geldhaus nicht. Der dritte Mann kostet in fünf Jahren 1,5 Millionen Euro, sagte Hupperth.
Letztlich stimmte auch die CDU-Fraktion Grawe, der sich kurz vorgestellt hatte. Er sei der beste Mann aus dem Feld der 60 Bewerber gewesen, hatten noch am Sonntag CDU-Verwaltungsräte betont. Hupperth stufte es als "Skandal und schädigend für unsere Sparkasse" ein, dass schon am Freitag nach der nichtöffentlichen Verwaltungsratssitzung der gewählte Vorstand namentlich bekannt wurde.
Eine Personalie fiel für die CDU aus: 56 von 65 Ratsvertretern wählten den Opladener Dietrich Volberg zum ehrenamtlichen Bürgermeister und ersten Stellvertreter des Oberbürgermeisters. Dies war nach dem Tod von Bürgermeisterin Irmgard Goldmann nötig. Volbergs Amtszeit endet am 20. Oktober. Er kandidiert nicht für den Stadtrat.
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