Leverkusen: Chemie-Olympioniken bei Bayer
VON MEYEL LÖNING - zuletzt aktualisiert: 08.02.2012Leverkusen (RP). 20 Schüler aus NRW bereiteten sich in einem Seminar auf die Chemie-Olympiade vor. Zu den jungen Laboranten gehörte auch der 14-jährige Georg Berger aus Leverkusen. Sein Bruder Florian (18) gewann 2011 "Chemie-Gold".
Ein Erlebnis bei der Chemie-Olympiade wird die Dormagener Oberstudienrätin Birgit Vieler nicht vergessen. In dem Wettbewerb für Nachwuchsforscher stand einer ihrer Schüler kurz vor der Qualifikation für das Bundesfinale. Doch dann fackelte er bei einem Laborversuch das Lösungsmittel ab.
"Danach habe ich meinen Schülern vorab Praktika organisiert, damit sie auch im Labor überzeugen", sagt Vieler. Heute ist sie NRW-Landesbeauftragte des Wettbewerbs – und hat Spaß daran, die Chemie-Talente "weiter zu stupsen" auf ihrem Weg. Bei der Chemie-Olympiade sollen sie fit für den Beruf werden. Deshalb ging es für die 20 besten Schüler vier Tage zu einem Trainingsseminar bei Bayer.
Die Chemie-Olympiade
Auftakt An der 1. Runde können alle Schüler teilnehmen. Im Frühjahr gibt es von der Bezirksregierung NRW schon die Aufgaben für die neue Chemie-Olympiade 2013.
Höhepunkt Die vier Schüler, die sich nach vier Runden gegen die nationale Konkurrenz durchgesetzt haben, vertreten Deutschland im Juli als Team bei der Chemie-Olympiade 2012 in den USA.
Schüler bleiben für Praktikum
Talentierte Dauergäste in der Vieler-Auswahl sind die Brüder Florian und Georg Berger aus Leverkusen. Georg ist dabei mit seinen 14 Jahren sogar der jüngste der Seminarteilnehmer, die zwischen 16 und 19 Jahre alt sind. Zwar qualifizierte sich der Schüler vom Werner-Heisenberg-Gymnasium nicht für das Bundesfinale, war darüber aber nicht traurig. "Ich kann ja noch dreimal teilnehmen", sagte der 14-Jährige. Und dabei Erfahrungen sammeln, um eines Tages ganz oben zu stehen. So wie sein 18-jähriger Bruder Florian. Der gewann bei der Internationalen Chemieolympiade in Ankara 2011 die Goldmedaille und brachte auch schon zweimal Silber mit nach Hause.
Bei Bayer standen für die jungen Forscher auch praktische Übungen im Labor an. Dabei gilt für die Chemie-Olympioniken dasselbe wie für ihre sportlichen Kollegen – "Dabei sein ist alles". Das Gelernte gehe deutlich über den Unterrichtsstoff hinaus, sagt Georg Berger. Außerdem sei es toll, mal unter Gleichgesinnten zu sein und über das gemeinsame Interesse zu sprechen. Die meisten von ihnen wollen Chemiker werden, weil sie gewisse Zusammenhänge verstehen möchten. Die Bayer-Azubis, die die Olympioniken bei ihren Laborversuchen unterstützten, lächelten da nur. Sie teilen mit den Schülern eine Art Forschungssyndrom. Da, wo die meisten Menschen gelangweilt oder überfordert abwinken, möchten die jungen Chemiker Erklärungen finden.
Die Bayer-Stiftung fördert das Programm mit 15 000 Euro – und sieht einige der Wettbewerber später wieder. Viele machen ein Praktikum und knüpfen so weitere Kontakte. Oder um es in den Worten von Birgit Vieler zu sagen: Viele Chemie-Schüler werden so auf das Karriere-Sprungbrett "gestupst".
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