Leverkusen: City-Glasdächer vor P&C sorgen für Streit
VON ULRICH SCHÜTZ - zuletzt aktualisiert: 06.10.2010Leverkusen (RPO). Närrische Zeiten im Leverkusener Stadtrat: Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn schlägt vor, die Glasdächer auf dem Platz vor P&C umgehend und ersatzlos abzureißen. Die Volksvertreter sind überrascht. Niemand kannte bis zum Beginn der Sitzung diesen Plan.
"Wieso denn abreißen? Und so kurzfristig?" Und wisse der Herr Oberbürgermeister eigentlich, dass die Glasdächer Bestandteil des "Funkenplätzchens" der Karnevalsgesellschaft Rote Funken seien? "Sind die Roten Funken in die Planungen einbezogen worden?" Fragen über Fragen.
"Ja, die Funken wissen Bescheid", sagte Buchhorn und überhaupt: "Die Glasdächer sollen schon lange weg!" Friedhelm Laufs, Leiter des Straßenverkehrsamtes, habe die Dächer seit Jahren auf der Abrissliste. Wieder überraschte Politikergesichter.
"Und was kostet das?", fragt FDP-Fraktionsvorsitzende Dr. Monika Ballin-Meyer-Ahrens. "Sagen Sie mal was zum Personaleinsatz, Herr Buchhorn", schaltet sich Peter Ippolito von der SPD-Bank ein. Baudezernent Wolfgang Mues zuckt mit den Schultern. Eine städtische Abrissfinanzierungsuntersuchung stehe noch aus.
Da hält es Ruth Tietz von den Linken nicht mehr aus. "Der Vorschlag ist eine Frechheit", haucht sie laut ins Mikrophon. Sie schwingt die politisch-sozialistische-antikapitalistische Keule: Als Stadträte seien sie für den Bürger da, nicht für irgendwelche Investoren. Und SPD-Fraktionschef Dr. Walter Mende sieht Gefahr für Kind und Kegel: Unter den Glasdächern würden Familien mit Kindern bei Regen gerne Schutz suchen.
Bei diesem Sturm der Entrüstung geht der Anlass für die beantragte Demontage der Glasdächer fast unter. Tatsächlich gibt es verwaltungsintern schon lange den Vorschlag, die Dächer samt Telefonanlage und Stromkasten zu entfernen. Damit soll der Platz vor P&C endlich als Platz erkennbar sein. Und nutzbar.
Genau dies hat Axel Kaechele als Organisator des neuen Weihnachtsmarktes beantragt. Kaechele und die City-Werbegemeinschaft wollen den Dächerabriss mit 4000 Euro mitfinanzieren. Dies könnte sogar ausreichen. Der Aufstand der Politiker schockte die Verwaltung: Sie zog ihren Abrissvorschlag zurück.
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