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Leverkusen: CO-Pipeline: Betriebsrat greift Bayer-Kritiker an

VON ROMAN ZILLES - zuletzt aktualisiert: 20.10.2009

Leverkusen (RPO). Im Streit um die CO-Pipeline zwischen den Bayerwerken Dormagen und Krefeld-Uerdingen hat sich nun der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates der Bayer AG zu Wort gemeldet. In einem anderthalbseitigen offenen Brief geht Thomas de Win den Landtagsabgeordenten der CDU, Hans-Dieter Clauser, scharf an.

Nachdem dieser mit drei weiteren Parteikollegen in der vergangenen Woche den Bayer-Konzern wegen der im Bau begriffenen Leitung attackiert hatte (wir berichteten), wirft de Win dem CDU-Mann nun vor "auf Kosten unseres Unternehmens" Wahlkampf betreiben zu wollen.

"Entrüstung in der Belegschaft"

Der Vorwurf von Clauser und Co., Bayer würde das Projekt ohne Rücksicht auf Sicherheitsrisiken und kritische Stimmen durchpeitschen, habe "in der Belegschaft Entrüstung ausgelöst", schreibt de Win. Der von dem CDU-Quartett geforderte Stopp des Pipeline-Projekts werde keinesfalls in Betracht gezogen.

Schließlich genieße "die Sicherheit der Anlagen und Betriebe oberste Priorität", diene die Leitung der Versorgungssicherheit der Kunststoff-Industrie in NRW (2008: 94 000 Beschäftigte, 29 Milliarden Umsatz) und leiste die Pipeline einen Beitrag zur Reduzierung des Klimagases CO2. Zudem habe der nordrhein-westfälische Landtag mehrfach festgestellt, dass das Projekt dem Allgemeinwohl diene.

Den Vorwurf der CDU-Abgeordenten, Bayer schade mit seiner Augen-zu-und-durch-Devise dem Wirtschaftsstandort NRW, kontert de Win: "Wir kennen die mit unserer Arbeit verbundenen Risiken – und tun alles, um diese auf ein Mindestmaß zu reduzieren". Es seien vielmehr Clauser und Kollegen, die mit ihrem "platten Vorwurf" Misstrauen gegen die Industrie schürten, dem Industrieland NRW schadeten und somit Arbeitsplätze gefährdeten.

Immerhin: Am Ende seines Briefs signalisiert de Win Gesprächsbereitschaft. In einem Dialog, schränkte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende gleich ein, könne es aber "nicht um Ihre ultimative Verzichtsforderung gehen". Stattdessen müsste sich gemeinsam der Frage gewidmet werden, "wie sich die Akzeptanz von industriellen Infrastrukturinvestitionen herstellen und Planungssicherheit für Unternehmen, die an deutschen Standorten investieren, erreichen lassen".

Quelle: RP

 
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