Opladen: Cooles Projekt, dieser Sponsorenlauf
VON ROMAN ZILLES - zuletzt aktualisiert: 04.06.2008Opladen (RPO). 170 Schüler der Rat-Dycks-Schule rannten gestern Vormittag über vier Kilometer für einen doppelten guten Zweck: Die eine Hälfte des Sponsorengeldes geht an ein Hilfsprojekt im Tschad, die andere Hälfte kommt der Schule selbst zu Gute. „Für unser Angebot“, sagt Schulleiter Ring.
Von Kopf bis Fuß hatte die Nässe Sven Aumüller fest im Griff: Schuhe und Hosenbeine waren feucht von nassen Untergrund, T-Shirt und Haare waren getränkt vom Schweiß. Aber der 14-Jährige schaute zufrieden drein. „Bis auf die Pfützen ist das eine schöne Strecke“, erzählte der Achtklässler. Fast acht Kilometer hatte er bereits in den Beinen. Aber ans Aufhören dachte Sven noch lange nicht: „Ich hoffe, dass ich vier Runden schaffe.“ Sich zu motivieren, war kein Problem für ihn. Denn: „Das ist einfach ein cooles Projekt.“
Das coole Projekt war der erste Sponsorenlauf der Rat-Deycks-Schule. Einen vier Kilometer langen und vom Wolkenbruch der vorangegangenen Nacht aufgeweichten Kurs entlang des Wupperufers galt es gestern Vormittag so oft wie möglich zu umrunden. Die 170 Schüler und 25 Lehrer gaben alles, um gleich zwei guten Zwecken auf die Sprünge zu helfen: Über die Hilfsorganisation Care Deutschland wird mit 50 Prozent des Erlöses ein Projekt im Tschad fördern. Zudem leisten die Kinder und Jugendlichen Hilfe zur Selbsthilfe: Die andere Hälfte kommt der eigenen Schule zugute.
„Wir sind die Champions“
Die Idee, wie andere Schulen auch, einen Sponsorenlauf ins Leben zu rufen, haben die Lehrerinnen Sabine Lange und Anja Mohr forciert. Ihre wochenlangen Vorbereitungen lohnten sich. „Die Kinder sind sehr ehrgeizig, keiner meckert über das Wetter, und keiner ist vom Weg abgekommen“, freute sich Lange. Wie viele Euros durch das Sponsoring von Eltern, Verwandten und Bekannten der Schüler zusammengekommen, stellt sich zwar erst in den kommenden Tagen heraus.
Aber noch bevor alle Schüler nach dem Lauf zu den Klängen des Liedes „We are the Champions“ als Sieger gefeiert wurden, stand fest, dass es künftig Wiederholungen des Laufes geben soll. „Auch die Zusammenarbeit mit Care wollen wir festigen“, ergänzte Lange.
Aber der finanzielle Aspekt stand nicht alleine im Vordergrund.
Bewegen und Umgebung erfahren
Der Leiter der Förderschule Helmut Ring entdeckte viel Sinnvolles: „Die Schüler kommen in Bewegung, lernen ihre Umgebung kennen, und sie machen die Erfahrung, sich für jemand anderen einzusetzen.“ Rund 170 angestrengte, aber zufriedene Gesichter, die regelmäßig am Schulleiter – der beim Lauf als Streckenposten fungierte – vorbeiliefen, unterstrichen seine positive Einschätzung. Ihre Handicaps waren den Schülern nicht anzumerken. „Sie gehen voll auf in diesem Lauf“, merkte Organisatorin Lange an. Sie hätte auch sagen können: „Das ist einfach ein cooles Projekt.“
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