Leverkusen: "Cucina italiana": Langsam und lecker
zuletzt aktualisiert: 19.03.2010Leverkusen (RPO). RP-Mitarbeiterin Barbara Schmickler hat sich nach Bella Italia aufgemacht. Während eines Praktikums in der italienischen Hauptstadt Rom spürt sie auch dem viel beschworenen Dolce Vita nach:
"Als ich in der Küche meiner Wohngemeinschaft die Schränke meiner Mitbewohner gesehen habe, war klar: Das können nur Italiener sein. So viel Pasta in allen Variationen – da läuft mir schon beim Hingucken das Wasser im Mund zusammen. An meinem ersten Wochenende in Rom wollte ich die "cucina italiana" weiter kennen lernen. Und wo ginge das besser als in Roms urigem Viertel Trastevere? Zwischen kleinen Gässchen, leicht heruntergekommenen Häusern und Wäscheleinen mit alten Laken und Jeans an den Fenstern, saß ich gemeinsam mit einer Italienerin in einem Restaurant. Ein "Touristen-Menu" sollte es für mich sein. Das hat allerdings ein wenig gedauert. Wer in Italien etwas zu essen bestellen möchte, der muss sich in "Pazienza", in Geduld, üben. Am frühen Nachmittag waren wir leider nicht die einzigen, die vom Hunger getrieben in der Sonne Platz nehmen wollten. Wir hatten leider nur einen strategisch ungünstigen Platz ergattert. Viele Magenknurren später kam die Kellnerin endlich einmal in unsere Nähe, und wir fragten, ob wir bestellen durften… "Un attimo" – einen Moment noch, war die Antwort. Mein Gefühl sagt mir, dass "ein Moment" in Italien anders definiert wird. Denn bis wir die Bruschetta mit Tomaten und Rucola auf dem Tisch hatten, hat's gedauert. Und auch der "Primo Piatto", der erste Gang, ließ auf sich warten. Für die Italienerin gab's Pasta und für mich eine Lasagne. Zwischendurch machten zwei ältere Italiener am Nachbartisch auf sich aufmerksam. Einer von ihnen trug eine große Sonnenbrille und hatte für sein Alter erstaunlich schwarze Haare. Seine erste Frau sei Deutsche gewesen und dann folgte seine halbe Lebensgeschichte… Die Italiener sind wirklich freundlich und offen. Und nach der kleinen Ablenkung ging das Warten auf den Hauptgang schnell vorbei. Es gab Pommes mit "Wursterl". Wie wohl der gemeine Römer dieses Wort ausspricht? Schon vollkommen beseelt vom guten Essen kam dann noch das Dolce, ein leckerer Apfelkuchen. Delizioso! Fastenzeit in Rom erscheint unmöglich, obwohl der Papst direkt um die Ecke wohnt.
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