Leverkusen: Dampflok tankte in Opladen auf
VON MAURICE REIMANN - zuletzt aktualisiert: 27.09.2010Leverkusen (RPO). Dampflokomotiven brauchen Wasser, viel Wasser: Die Feuerwehr füllte eine "P8" in Opladen auf. Mittags und abends stoppte der historische Zug dafür in Opladen. Er war auf eine Reise zwischen Rotterdam und Königswinter.
Schwarze Dampfwolken tauchen am Horizont auf und kommen immer näher. Majestätisch nähert sich die P8, eine 120 Tonnen schwere Dampflokomotive, und bremst langsam ab. Nachdem die Lok aus dem Baujahr 1918 zum Stehen gekommen ist, beginnt die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr Bergisch Neukirchen. "Wir betanken die Bahn mit Wasser aus den Tanks unserer Feuerwehrfahrzeuge", erklärt Jens Marmum (36), der wie viele andere seiner Kollegen per Rundmail von der Aktion erfuhr.
Fan reiste aus den USA an
Zwischen 5000 und 7000 Liter beträgt das Fassungsvermögen der Dampflokomotive, die am Samstag auf dem Weg von Rotterdam nach Königswinter war. "In Königswinter werden wir mehrere Stunden Pause machen, in denen unsere Gäste den Drachenfels besichtigen können. Danach machen wir uns auf den Rückweg und lassen uns gegen 18 Uhr erneut in Opladen betanken", erklärt Zugführer Peter van Holt (55), der seit mittlerweile 19 Jahren mit der "P8" fährt.
Die Gattung P 8
Wikipedia: Die Dampflokomotive der Gattung P 8 der "Preußischen Staatseisenbahnen" (Baureihe 38.10–40 der Deutschen Reichsbahn) wurde von der Berliner Maschinenbau AG (vormals Schwartzkopff) seit 1906 und den Linke-Hofmann Werken in Breslau von Robert Garbe konstruiert.
"Natürlich baut man mit der Zeit ein persönliches Verhältnis zu seiner Lok auf. Ich spüre, wenn etwas kaputt ist und repariert werden muss", erzählt der Hobbyeisenbahner. Nach seiner Ausbildung zum Zugführer arbeitete der technische Angestellte im Eisenbahnmuseum in Bochum und reparierte dort unter anderem alte Dampflokomotiven.
Die Mitreisenden, meist aus den Niederlanden, sind beeindruckt. "Es ist eine sehr schöne Lok, mir gefällt es sehr gut", sagt Piet Aeien (63) aus Rotterdam. Und Burt Scott (60), der extra aus den USA angereist ist, spricht von einer "fantastischen Erfahrung".
Auch zahlreiche Eisenbahnfans aus Leverkusen besuchen den Opladener Güterbahnhof. Zum Beispiel Monika (53) und Hubertus Dahm (62). "Wir sind schon oft in Museen gewesen, um uns alte Dampflokomotiven anzuschauen. Jetzt wollten wir diese einmal in Aktion begutachten", erzählt Hubertus, dessen Vater Eisenbahner war. "Er ist mit einer 2-21, einer ehemaligen Bundesbahnlokomotive gefahren. Die gibt es heute nur noch ganz selten." Umso schöner, dass direkt neben dem Güterbahnhof eine solche dabei, ist Transportarbeiten zu erledigen. "Toll, ich hätte nicht erwartet, heute gleich zwei historische Eisenbahnen sehen zu können", erklärt Monika Dahm glücklich. Ein perfekter Tag für die beiden Eisenbahnliebhaber.
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