Leverkusen: Das grün-schwarze Rathaus: nur 30 Jahre alt
zuletzt aktualisiert: 21.02.2010 - 11:41Leverkusen (RPO). Zeittafel zur Entwicklung des Rathaus-Galerie-Projektes:
1977: Das Rathaus wird gebaut.
1999: Städtische Experten weisen auf schwere Brandschutzmängel hin und reklamieren Sanierungsbedarf. Es fehlen vorgeschriebene Fluchtwege. Später dürfen Rollstuhlfahrer gar nicht mehr in die oberen Etagen. Bei Sitzungen im Ratssaal müssen Feuerwehrleute Wache schieben.
2001: Auf Vorschlag der Stadt wird ein Sanierungspaket im Umfang von 30 Millionen Euro beschlossen.
2003: Nach heißen Diskussionen im Stadtrat und in der Bürgerschaft kommt es zum Bürgerentscheid, der Ratsbeschluss zur Sanierung wird gekippt.
2004: Die Bauaufsicht ordnet an: Bis auf das Erdgeschoss müssen die Rathaus-Etagen geräumt werden. 2005: Die Stadt schreibt europaweit einen Investorenwettbewerb aus. Name: „Neukonzeption Stadtmitte Wiesdorf”.
2005, 12. Dezember: Das Hamburger Unternehmen ECE bekommt vom Stadtrat den Zuschlag für die Planung der „Rathaus-Galerie”.
2007, 14. September: Oberbürgermeister Ernst Küchler übergibt symbolisch die Rathausschlüssel an ECE-Projektmanager Klaus Grages. Stadthaus, Rathaus und Bayer-Kaufhaus sind für den Abriss frei.
2007, November: Der Stadtrat diskutiert Attraktivierungsmaßnahmen für Marktplatz/Kaufhof. Kosten: um die 1,2 Millionen Euro.
2007, November: Der Ausverkauf im Bayer-Kaufhaus beginnt.
2007, Dezember: Die deutsche Credit Suisse Immobilien-Anlagegesellschaft finanziert 95 Prozent des 200-Millionen-Euro-Projektes.
2007, Dezember: Am vierten Adventssamstag, 14.30 Uhr, wird das Bayer-Kaufhaus geschlossen.
2008, 2. Januar: Ausräumen Bayer-Kaufhaus und Abrissbeginn.
2008, März: Die Y-Brücke wird gekürzt.
2008, Mai: Die Stadt gibt die Mietkosten für das ECE mit rund 800.000 Euro an (für 5050 qm). Dennoch soll das Miet-Rathaus das zweitgünstigste Mietobjekt der Stadt sein, sagte damals Gert Geiger, Leiter der städtischen Gebäudewirtschaft.
2008, Juni: Bürgerliste, Grüne und ProOp (Opladen Plus) fordern den Ausstieg aus dem Rathaus-Projekt über dem ECE-Center. Auslöser des Streites: die Mietkosten. Die Grünen werfen der Stadt „Täuschung über die Höhe der Miete” vor. Grünen-Fraktionschefin Roswitha Arnold gibt sich „stinksauer”.
2008, 12. Juni: Grundsteinlegung.
2008, Juli: Der Zoll kontrolliert mehrere Stunden die Bauarbeiter auf der ECE-Baustelle.
2009, Januar: Die politischen Gegner des Mini-Rathauses kritisieren, dass für den Oberbürgermeister ein Ruheraum mit Nasszelle geplant ist. Die gesamten Einrichtungskosten für die zwei städtischen Etagen und den Ratssaal werden mit 1,6 Millionen Euro angegeben.
2009, März: Der erste Teil des Bodens für das „Ufo-Rathaus” wird betoniert.
2009, 19. Mai: Richtfest. Center-Managerin Katrin Becker hofft, dass die Galerie täglich von 30000 Kunden besucht wird, an Spitzentagen von 80000. In dem Komplex werden 950 Leute beschäftigt sein.
2009, April: Die Sanierungsarbeiten an der Y-Brücke beginnen.
2009, 15. Juni: Feuer auf der ECE-Baustelle: Holzverschalung brennt, alles ist nach 40 Minuten gelöscht.
2009, November: Ein Teil der Decke der ECE-Parkgarage stürzt ein. Grund: menschliches Versagen und falsch montierte Teile. Es fehlten Sicherheitsversteifungen. Niemand wird verletzt.
2009, November: Die Namen weiterer Mieter im ECE-Komplex werden bekannt. C&A und Saturn ziehen in die Rathaus-Galerie.
2009, November: ECE gibt als Starttermin den 24. Februar bekannt. Die interne Feier mit 1000 geladenen Gästen soll am 23. Februar 2010 am Abend laufen.
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