Opladen: Das Scala wird zum Party-Kino
VON TOBIAS KRELL - zuletzt aktualisiert: 17.03.2007Opladen (RPO). Musikfreund und Jazztage-Organisator Eckehard Meszelinsky will dem Scala-Kino in Opladen neues Leben einhauchen: Er will Kultfilme zeigen und die Streifen dann mit einer Party verfeinern.
Kino-Fans blutet das Herz, wenn sie durch die Uhlandstraße gehen. Seit mehr als einem Jahr steht das Gebäude Nummer 9 leer. Über die Karnevalstage haben Vandalen einige große Scheiben des einstigen Kinos zertrümmert. Nach den jecken Tagen 2006 hatte die Gaststätte „Shannon“ auch geschlossen. Der letzte Vorhang für das Scala-Kino fiel schon Anfang desselben Jahres. Nun soll wieder Leben einkehren ins Gebäude. Montag will Eckhard Meszelinsky einen Bauantrag einreichen für die nötigen Umbauten. Er hatte das Haus im Oktober für 260 000 Euro bei einer Zwangsversteigerung am Amtsgericht Opladen erstanden.
Kino plus Gastronomie
„Das Scala ist allein nicht überlebensfähig. Mit der Gastronomie muss darum genug Geld eingenommen werden, um sich das Kino leisten zu können“, analysierte gestern im RP-Gespräch Eckhard Meszelinsky über die Zukunft des einstigen Opladener Filmtheaters.
Die Gespräche mit den beiden designierten Betreibern laufen zwar noch, aber bereits jetzt scheint sicher, dass sich die Kinorollen im Opladener Lichtspielhaus demnächst wieder drehen sollen. „Anfangen wollen wir erst einmal mit zwei Sälen“, verriet Meszelinsky.
Das Kino-Konzept soll ein anderes sein als unter Ex-Pächter Markus Franke. So schweben dem Jazztage-Macher Veranstaltungen mit Kultfilmen vor. Allzu viel wollte er zu den Plänen nicht erzählen. Nur soviel. „Ich könnte mir vorstellen, dass wir den Streifen ,Blues Brothers“ zeigen und im Anschluss dann eine Party dazu stattfindet“, sagte er. Filme, wie der um Jake und Elwood Blues, verkörpert von John Belushi und Dan Aykroyd, seien ein Erlebnis, dass es dem Scala ermöglichen würde, sich von Multiplex-Kinos abzuheben.
Wie sehr das Aus für das letzte Lichtspielhaus der einstigen Kreisstadt – das benachbarte Europa-Kino war schon vorher geschlossen worden und beherbergt seit einigen Monaten das Szene-Lokal „Che Guebara“ – die Opladener beschäftigt, dafür gab der Rosenmontagszug ein Beispiel. Die filmreif kostümierte freie Gruppe „Die vier tollen Häuser“ mit Pfarrer Heinz-Peter Teller widmete sich dem Thema und warf einen Blick zurück auf die erfolgreichen Tage des Scala.
Die liegen schon länger zurück. Die beiden Hessen Johannes Adloff und Gustav Bildstein kauften das Kino 1996 für zwei Millionen Mark, investierten noch einmal das Doppelte, und suchten doch vergeblich nach einem Pächter. Also betrieben die Kelkheimer das Scala selbst. Als letzter Standort des bis dahin verschuldeten Filmtheaterbetriebs Adloff-Bildstein machte das Kino in Opladen am 22. September 2003 zu.
Ex-Kino-Geschäftsführer Franke wagte 2004 einen neuen Versuch. Doch er gab nach nur zwei Jahren ebenfalls auf.
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