Opladen: Datenpanne empört Lehman-Opfer
zuletzt aktualisiert: 30.05.2009Opladen (RPO). Da wollte Manni Gruse seinen Augen nicht trauen – und das gleich aus zwei Gründen. "Erst verkauft die Verbraucherzentrale NRW mir ihren faulen Kompromiss mit der Citibank als Erfolg", schimpft der Wirt des Opladener Restaurants "La Baguette": "Und dann unterläuft denen auch noch eine Datenpanne." In der E-Mail, die Gruse ebenso wie rund 400 andere Geschädigte des Kreditinstituts Lehman Brothers bekommen hat, waren die Mail-Adressen der anderen Betroffenen nicht unterdrückt. Jeder konnte also einsehen, wer außer ihm noch bei Lehman investiert hatte. "Ein dicker Hund", findet Gruse. Ein Sprecher der Verbraucherzentrale bestätigte den Vorfall gestern auf RP-Anfrage und sprach von einem "peinlichen Fehler".
Gruse, der nach eigenen Angaben mehrere zehntausend Euro durch Lehman-Zertifikate verloren hat, ist außerdem aber auch nicht bereit, den ausgehandelten Kompromiss zu akzeptieren. Die inzwischen zur schweizer Crédit-Mutuel-Gruppe gehörende Citibank Deutschland hatte sich mit der Verbraucherzentrale auf eine Kulanzregelung geeinigt, die die Auszahlung von rund 27 Millionen Euro vorsieht. Damit könnte wohl nur ein Viertel der Anleger mit einer Zahlung rechnen, die im Schnitt rund die Hälfte ihres investierten Betrages ausmachen dürfte. "Das deckt vielleicht gerade mal die Provisionen ab, die sich die Berater in die Tasche gesteckt haben, als sie uns übers Ohr gehauen haben", schimpft Restaurant-Chef Gruse, der monatelang vor der Opladener Citibank-Filiale demonstriert hat. "Unsere Interessengemeinschaft wird weiter kämpfen", kündigte er gestern an. Die nächste Demonstration sei schon in Vorbereitung.
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