Leverkusen: Des Museums Grafik-Schätze
VON MONIKA KLEIN - zuletzt aktualisiert: 25.01.2008Leverkusen (RPO). Im Museum Morsbroich ist ab Sonntag ein beachtlicher Teil der grafischen Sammlung des Hauses zu sehen. Die für die Exponate empfundene Wertschätzung spiegelt sich im Titel der Schau wider: Sie läuft unter dem Namen „Blattgold“.
Der Titel „Blattgold“ klingt edel und trifft damit genau die umfangreiche grafische Sammlung des Museums Morsbroich, zu deren Bestand heute rund 4000 Blätter gehören. Die aktuelle Ausstellung, die am Sonntag eröffnet wird, zeigt davon ein knappes Zehntel, mehr erfasst der dazu erschienene gewichtige Katalog, der erste Bestandskatalog seit 1995.
Dachgeschoss wieder offen
Mit „Blattgold“ wird auch das lange Zeit geschlossene Dachgeschoss wieder eröffnet. Ein Etappenziel für Museumsleiter Dr. Markus Heinzelmann, der diesen Wunsch schon bei seinem Amtsantritt äußerte. Doch da gab es einiges zu tun, um den abgewohnten Zustand zu beseitigen. Teppichböden wurden, auch aus konservatorischen Gründen, gegen Parkett ausgewechselt, eine neue Beleuchtung und Beschattung wurde installiert. Jetzt ist das ehemalige grafische Kabinett wieder voll funktionstüchtig und soll künftig die Möglichkeit bieten, ständig einen Teil der eigenen Sammlung zu zeigen.
Sonntag Eröffnung
Die Ausstellung „Blattgold“ wird am Sonntag, 27. Januar, um 12 Uhr eröffnet und ist bis zum 30. März zu sehen. Öffnungszeiten: dienstags 11-21 Uhr, mittwochs bis sonntags 11-17 Uhr. Öffentliche Führungen sonntags 15 Uhr, Gruppenführungen nach Vereinbarung.
Zur Ausstellung erschien ein Katalog mit 339 Farbabbildungen, einem Beitrag zur Sammlungsgeschichte von Dr. Georg Reinhardt und einem ausführlichen Verzeichnis der abgebildeten Werke zum Preis von 28 Euro.
Zum ersten Mal überhaupt werden alle drei Etagen des Schlosses für eine einzige Ausstellung genutzt. Jetzt sind im Dachgeschoss 100 ausgewählte Werke von Georg Baselitz zu sehen, der am 23. Januar seinen 70. Geburtstag feierte. Seine grafischen Arbeiten nehmen in der Sammlung einen besonderen Stellenwert ein, das Museum besitzt über 350 druckgrafische Blätter und damit das größte Paket. Trotzdem wird Baselitz selbst am Sonntag zur Eröffnung nicht kommen.
Dass er kein Theater um seine Person mache, entspreche dem Wesen des Künstlers, erklärt Dr. Georg Reinhardt, seit Jahrzehnten Herr über die grafische Sammlung. Er kuratierte die Ausstellung „Blattgold“ und entschied sich bei der Gliederung dafür, die Räume unter bestimmten Gesichtspunkten zu bestücken. Die ersten beiden Räume sind Picasso, Chagall und Matisse gewidmet. Herausgehoben ist das Blatt „Papageientulpen“ von Christian Rohlfs, das 1953 als erste Arbeit für die grafische Sammlung erworben wurde. Eigene Räume sind Gerhard Richter und Blinky Palermo gewidmet. Zum ersten Mal überhaupt ist eine Folge von Eduardo Chillida zu sehen oder ein Hans Hartung, der nie gezeigt wurde.
Viele andere Arbeiten waren zumindest für lange Zeit im Depot verschwunden, das mit Blättern bedeutender und international anerkannter Künstler gefüllt. Graubner, Hrdlicka, Kandinsky, Kirkeby, Knoebel, Mattheuer, Paladino, Penck, Poliakoff, Piene, Polke, Schultze, Uecker, Uhlig, Warhol, Zimmer gehören zu den 70 Künstlern, deren Arbeiten Reinhardt für „Blattgold“ ausgesucht hat. Wie sehr diese „Inhouse-Ausstellung“ ankommt, zeigt die Resonanz auf die Einladung des Sponsors Sparkasse Leverkusen zu einer Preview am heutigen Freitag. 700 Gäste haben sich angemeldet.
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