Leverkusen: Die Angst: Alt-Wiesdorf stirbt
VON ULRICH SCHÜTZ - zuletzt aktualisiert: 25.11.2009Leverkusen (RPO). WIESDORf Walter Endlein sieht schwarz. Der Wiesdorfer CDU-Politiker befürchtet das Sterben der Geschäfte, die außerhalb des Nahbereiches der ECE-Rathaus-Galerie liegen. Wenn das Kaufzentrum im Frühjahr öffne und die Kunden wie ein Magnet anziehe, dann habe der Rest von Wiesdorf dem nichts entgegenzusetzen, klagte der Politiker in der Sitzung der Bezirksvertretung I. Auch Ex-SPD-Ratsherr Jürgen Scharf (heute bei der OWG-UWG angedockt) sieht die Zukunft düster, "wenn wir nicht aufpassen."
Dabei hatten Stadtplaner und Stadtrat vor zwei Jahren versucht, den Marktplatz Wiesdorf, die Breidenbachstraße und die Nobelstraße in einen "attraktiven Gegenpol" zu ECE umzubauen. Erst wurden kleine Verschönerungen gefordert. Es folgten ein großes Gutachten, Arbeitskreise und Bürgerbeteiligungen, heiße Ausschusssitzungen und nicht minder engagierte Diskussionen im Stadtrat. Die große Umbaulösung überschritt die Millionen-Euro-Grenze.
Inzwischen rudern Planer und Politiker zurück. Der Umbau der Nobelstraße werde viel teurer, weil "plötzlich" ein alter zugemauerter Fußgängertunnel in Höhe Kaufhof entdeckt wurde. Der Tunnel müsste verfüllt werden. Einheimischen war die Unterführung bekannt, die "jungen" Stadtplaner wurden informiert. Wegen der Kosten soll nur der Bereich Hauptstraße/Kaufhof umgestaltet werden. Die – laut Stadt – "intakte" Nobelstraße bleibt wie sie ist. Offiziell nicht aufgegeben ist der Umbau des Marktes für 1,4 Mio Euro. An diesen Plan glaubt kaum noch ein Politiker.
Hermann-Josef Kentrup (CDU) forderte im Bezirk I. "einen einfache Umbau" für Nobelplatz und Markt. Wäre bisher nicht alles "so monströs" geplant worden, wäre die Attraktivierung längst realisiert. Endlein beruhigt das nicht: "Hier wird alles auf St. Nimmerleinstag verschoben."
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