Leverkusen: Die aufregende Regennacht der literarischen Tiere im Park
VON MONIKA KLEIN - zuletzt aktualisiert: 23.06.2008Leverkusen (RPO). SCHLEBUSCH Mit Open Air-Veranstaltungen im deutschen Sommer ist das so eine Sache, deswegen hatten die echten Freiluft-Freaks für die Lesenacht im Park von Schloss Morsbroich noch einmal in das Fach mit den Winterklamotten gegriffen. Einige Besucher der Veranstaltung hatten offensichtlich die Absicht, die komplette literarische Sommernacht, die der WDR 5 zum Auftakt des diesjährigen Morsbroicher Sommers in Kooperation mit KulturSadtLev ausrichtete, bis zum Morgengrauen auszuhalten.
Sie lagen um Mitternacht bereits in Schlafsäcken auf Isomatten oder Luftmatratzen unter den Bäumen und lauschten Texten über Fledermäuse oder den geradezu literarischen Naturbeschreibungen aus Brehm’s Tierleben. Sie kuschelten sich in die warme und vom Rundfunk her vertraute Stimme von Nina Petri oder ließen sich betören vom unverwechselbaren Sound Mechthild Großmanns, deren rauchiges Timbre durch ihre Rolle als Staatsanwältin im Münsteraner Tatort bekannt geworden ist.
Rotweinchen gegen die Kälte
Besser dran waren jene, die sich auf den Stühlen mit Decken, Kissen Schals und Mänteln unter den Sonnenschirmen eingerichtet hatten, denn sie blieben auch nach ein Uhr noch trocken, als es durchgehend nieselte. Gut gefüllte Picknickkörbe und wärmender Rotwein halfen, zumindest den größten Teil der nächtlichen „Konferenz der bösen Tiere“ zu verfolgen.
Ein abwechslungsreiches Konzept sorgte dafür, dass niemand in Schlaf fallen musste. Relativ kurz waren die Textbeiträge, die von wechselnden Sprechern vorgetragen wurden, etwa von Christian Brückner und Patrycia Ziolkowska. Die Moderation der wortgewandten Herren Martin Stankowski und Roger Willemsen unter Scheinwerfern auf der Schlossterrasse war erfrischend – und lehrreich. Man konnte eine Menge erfahren über wilde, legendäre oder fantastische Tiere, denen sich die Literatur seit der Antike widmete. Um die Anspannung gelegentlich zu lockern, überspielten die „Talking Horns“ Lesepausen mit beschwingten Stücken.
Gemütlich im Trockenen ließ sich die Lesenacht übrigens auch verfolgen: Die Nacht bis sechs Uhr früh wurde von WDR 5 live übertragen. Ausgehalten haben die Nacht draußen immerhin 23 Tapfere.
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