Leverkusen: Die Kunst der Zurückhaltung
VON MONIKA KLEIN - zuletzt aktualisiert: 15.05.2009Leverkusen (RPO). Räume entdecken, erschließen und in ihren unterschiedlichen Zusammenhängen erfahrbar machen – das zieht sich als konsequentes Anliegen durch das Schaffen von Candida Höfer. Eine Arbeit der Fotografin ist besonders in Leverkusen bekannt, Aufnahmen des Spiegelsaals, die der Museumsverein Morsbroich in Auftrag gab. Diese Fotografien, die größte als Abzug von 2x2,88 Meter, sind Teil der neuen Ausstellung im Museum Morsbroich.
Sie zeigen zugleich die Besonderheit dieser Präsentation: durch entsprechende Hängung in der Raumflucht sind sich Original und Kunstwerk nun direkt gegenüber. Wie hier ist in allen Räumen die Anordnung und Präsentationsweise Ergebnis sehr genauer Vorüberlegungen in der Zusammenarbeit zwischen Candida Höfer und den Architekten Simona Malvezzi, Wilfried und Johannes Kuehn. Seit ihrem ersten Zusammentreffen bei der Documenta 11 in Kassel 2002 kooperiert die Fotografin kontinuierlich mit ihnen. Sie hat Bauprojekte abgelichtet, Arbeiten, die nun den zweiten Strang der Museumsausstellung bilden, verknüpft mit Höfers eigenen Projekten. Außerdem haben die Architekten für jeden Raum Vitrinen, Bänke und Projektionstische gebaut und die großformatigen Fotoarbeiten mit Rahmen versehen, die auf den Zentimeter genau Wände füllen.
Dass diese konsequent weißen Hilfsmittel zunächst nicht auffallen, entspricht ihrem Stil. "Ich schätze das Zurückhaltende, dass diese Architektur überhaupt nichts Aufregendes hat", beschrieb Candida Höfer gestern beim Presserundgang das Verbindende. Diese Symbiose von Sachlichkeit, Präzision und Konzentration zieht sich auch durch ihre Projekte, von denen einige hier erstmals gezeigt werden. Etwa die Serie über Türken in Deutschland oder die Flipper-Automaten aus den 70ern. Daneben berühmte Projekte wie die Serie zu Rodins Plastik "Die Bürger von Calais", die es an zwölf verschiedenen Standorten gibt, die Höfer alle aufsuchte. Sie ist eine Reisende, die um den ganzen Globus fuhr, um eine thematische Arbeit abzuschließen. Das tat sie, um Date-Paintings des Konzeptkünstlers On Kawara in den Privaträumen ihrer Besitzer zu fotografieren. Insgesamt werden 14 unterschiedliche Projekte gezeigt in "Projects: Done". Projekte, die Candida Höfer getan, aber deswegen nicht unbedingt abgeschlossen hat. Teils sind Fortsetzungen denkbar. Gestern waren Gäste des Sponsors Sparkasse Leverkusen zur Preview geladen.
Ausstellungseröffnung heute, 19 Uhr. Öffnungszeiten di 11-21, mi bis so 11-17 Uhr.
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