Leverkusen: Die vitale Zentrale des Chemparks
VON ROMAN ZILLES - zuletzt aktualisiert: 01.09.2009Leverkusen (RPO). Heute wird es schweißtreibend, heute ist Gesundheitstag. Im Gymnastikraum im Erdgeschoss standen gestern schon vier so genannte Heimtrainer bereit, auf denen die Mitarbeiter sich abstrampeln können. Zudem sollen die Rücken der sonst im Bürostuhl Tätigen gestärkt, Stress abgebaut sowie Blutzucker- und Fettwerte analysiert werden.
Ehemaliges Agfa-Gebäude
Gesunde Geister in gesunden Körpern in einem gesunden Unternehmen. So stellen sich das die Verantwortlichen von Bayer Vital in ihrer neuen Zentrale vor. Das Unternehmen vertreibt schließlich (für Bayer Health Care) Gesundheitsprodukte und will seine Belegschaft mit gutem Beispiel vorangehen lassen. Bis vor kurzem waren solche Aktivitäten wie der Gesundheitstag nicht denkbar, weil den knapp 1000 Mitarbeitern in ihren ehemaligen Räumen Grenzen gesetzt waren.
Am alten Standort in Flittard "war es einfach zu eng", sagt Helmut Schäfers von Health Care. Nachdem die Arbeitsplätze von 140 Schering-Beschäftigten nach Köln verlegt wurden, wurde der Plan für ein Domizil im Chempark gefasst.
Ein ehemaliges Agfa-Gebäude (K 56) wurde in den letzten drei Jahre abgerissen, und ein mäander-förmiger Neubau entstand an gleicher Stelle. Auf sieben Etagen wurden 1000 Büroarbeitsplätze geschaffen, die neben Bayer Vital-Mitarbeitern 60 Kollegen der Konzernrevision beherbergen. Ein "klares Bekenntnis des Konzerns zu Leverkusen" sieht der Vorstandschef der Bayer AG Werner Wenning in dem Gebäude. "Die Investitionen belaufen sich wie geplant auf 44 Millionen Euro", ergänzt Vital-Geschäftsführer Dr. Hans-Joachim Rothe. Darin enthalten sind Umzug (zehn Lkw pendelten mit 20 000 Umzugskartons hin und her) und Kosten fürs Mobiliar. Nicht enthalten ist das neue Parkhaus (1000 Plätze) schräg gegenüber, das ab Ende des Jahres für Entspannung bei Parkplatzsuchenden im K-Block sorgen soll. Zudem wird vor K 56 noch ein kleiner Park angelegt.
2360 Fenster
Der im Juni begonnene Umzug in die vitale Zentrale ist abgeschlossen. Die Mitarbeiter genießen nun – statt Großraumbüros in Flittard – die Vorzüge des Neubaus: individuell beheizbare Räume, Bistro-ähnliche Treffpunkte auf allen Etagen, einen Kiosk im Haus, 37 Besprechungsräume mit moderner Technik, eine Tiefgarage (185 Plätze) und natürlich den Gymnastikraum.
Insgesamt 2360 Fenster hellen Arbeitsplätze und -atmosphäre auf. Im Gegensatz zur Lage in Flittard dürfen sie sogar geöffnet werden. Dort mussten die Fenster wegen der vollklimatisierten Verhältnisse zu bleiben. "Bis auf zwei", verrät Rothe mit einem Schmunzeln. Aber wenn diese beiden geöffnet wurden, "ging die Alarmanlage los".
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