Leverkusen: Drei Tage für Talente
VON MIRKO VOSSEN - zuletzt aktualisiert: 19.05.2010Leverkusen (RPO). Laufen, Balancieren, Liegestütze – rund 1500 Drittklässler erfahren zurzeit bei einer Veranstaltung auf der Kurt-Rieß-Anlage, wieviel Spaß Sport machen kann. Auch Kinder mit mäßigen Voraussetzungen werden gefördert.
Besser als Schule ist es allemal. Darauf konnten sich die Schüler der Klasse 3A der Gemeinschaftsgrundschule Dönhoffstraße schnell einigen. Rund 1500 Drittklässler aus 25 Grundschulen nehmen am zweiten "Tag der Talente" teil. Gestern war der Auftakt der dreitägigen Veranstaltung und schon jetzt steht fest, dass es den Kindern wieder jede Menge Spaß macht. Sieben Partner haben sich zum Ziel gesetzt, in den drei Tagen den Schülerinnen und Schülern die Bedeutung von Sport zu vermitteln. Neben der Stadt und der Bayer AG mit den Schirmherren Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn und Sportkoordinator Jürgen Beckmann (Bayer AG) sind der TSV Bayer 04 als Gastgeber sowie die pronova BKK, die Bürgerstiftung (die kurzfristig mit 5000 Euro aushalf), die Deutsche Sporthochschule und der SportBund beteiligt.
Deutscher Motoriktest
Der Deutsche Motorik-Test (DMT) wurde von Sportwissenschaftsexperten entwickelt, um die motorischen Fähigkeiten von Kindern zwischen sechs und 18 Jahren zu testen. Die Aufgaben sind: 20 Meter Sprint, Balancieren rückwärts, seitliches Hin- und Herspringen, Sit-ups, Liegestütz, Standweitsprung, Rumpfbeuge und Sechs- Minuten-Lauf.
Spaß an der Bewegung vermitteln
In jeweils zwei Stunden durchläuft eine Klasse einen Parcours auf der Kurt-Rieß-Sportanlage, der auf dem Deutschen Motoriktest beruht. An neun Stationen, wie zum Beispiel dem rückwärts Balancieren oder den Sit-Ups und Liegestützen, werden die motorischen Fähigkeiten der Kleinen getestet. In Zeiten, in denen Übergewicht und Unbeweglichkeit ein großes Problem sind, wird es immer wichtiger, den Kindern Spaß an der Bewegung zu vermitteln. Auch Uwe Pulsfort, Projektleiter "Tag der Talente", sieht das so. "Wir vom TSV Bayer 04 haben auch die gesellschaftliche Verantwortung, mehr Kindern mehr Bewegung zu ermöglichen." Natürlich erhofft er sich, so auch einige Talente für den eigenen Verein zu gewinnen, dies sei aber nicht der entscheidende Gedanke. "Wir wollen auch Kinder mit momentan schlechten Voraussetzungen fördern und besser machen." Jedes Kind solle Sport als etwas Positives erleben. Die Ergebnisse aus dem Test werden dann von der Deutschen Sporthochschule individuell ausgewertet. Die Teilnehmer bekommen schließlich per Post vom SportBund Leverkusen die Auswertung sowie eine Empfehlung für einen Sportverein in ihrer Nähe.
Viel Unterstützung erhielt die Veranstaltung auch dieses Jahr wieder von ehrenamtlichen Helfern. Ältere Schüler, Sportler der Deutschen Sporthochschule, aber auch Eltern, die die Klassenlehrer begleiteten, sorgten für einen reibungslosen Ablauf. Besonderen Anklang fand bei der 3A aus der Dönhoffstraße die neunte Station. Hier geht es nicht um die eigene Bestleistung, sondern um Sozialverhalten und Kreativität. Ein Schüler oder eine Schülerin muss über ein circa zwei Quadratmeter großes "Spinnennetz" aus Springseilen transportiert werden. "Wir haben uns den Kleinsten ausgesucht, und dann haben wir das Netz stramm gezogen und er ist einfach rübergeklettert", berichtet der zehnjährige Mohammed stolz.
Mit etwas Glück gewinnen die Kinder sogar als sportlichste Klasse eine Führung durch die BayArena. Dass Sport manchmal aber auch ganz schön anstrengend ist, stellte ein Neunjähriger fest. "Die sechs Minuten laufen waren echt hart." Wenn man auf die Schweißperlen auf seiner Stirn sieht, glaubt man es ihm sofort.
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