Leverkusen: DyStar: Kiri zahlt Bleibe-Prämie
VON LUDMILLA HAUSER - zuletzt aktualisiert: 10.02.2010Leverkusen (RPO). Kiri-Vertreter, Gewerkschaft und Betriebsrat einigten sich am Dienstag über die Arbeitsverträge für die rund 250 Mitarbeiter, die die Inder wieder beschäftigen wollen. Die Tarifbindung steht, als Trostpflaster gibt's einen Bonus.
Vielleicht kommt die Erlösung noch diese Woche für rund 250 DyStaraner. "Die neue Geschäftsführung arbeitet gerade an der Erstellung einer Liste mit Namen derjenigen, für die es weitergeht", sagte gestern Thomas Meiers von der Gewerkschaft IG BCE.
Meiers war am Montagabend mit Wilfried Krag und Heinz Schaus vom Gesamtbetriebsrat zu Verhandlungen über die Arbeitsverträge mit Kiri nach Frankfurt gefahren. Gestern Morgen wurden die Gespräche fortgesetzt. Ergebnis: "Kiri ist bereit, den Tariflohn der chemischen Industrie zu zahlen, sowie die Inhalte des Manteltarifvertrages (Urlaub, Schichtzulagen usw.) umzusetzen. Ferner wird es auch Einmalzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld geben", teilte Meiers gestern Mittag mit.
Gespräche mit Lanxess
Kiri ist nicht nur auf die Arbeitnehmervertreter zugegangen, sondern offenbar auch auf Lanxess, den Vermieter der DyStar-Räume im Chempark. "Aktuell gibt es Gespräche mit Kiri", sagte ein Lanxess-Sprecher. Zuvor hatte es Ungereimtheiten bei der Frage gegeben, wer die Räume bei Auszug DyStars "chemierein macht".
Entschädigung für Befristung
Und es wird eine Art Entschädigung geben, die so genannte "Bleibe-Prämie". Die ergibt sich laut IG BCE aus 25 Prozent der Laufzeit der Arbeitsverträge und dem Monatsgehalt. Jeweils nach einem Drittel der Laufzeit wird ein Drittel der "Bleibe-Prämie" ausgezahlt.
"Das ist ein schöner Motivationsfaktor und eine kleine Entschädigung dafür, dass es nur befristete Verträge gibt", betonte Thomas Meiers. Die Verträge sollen gestaffelt werden mit Laufzeiten zwischen 12 und 24 Monaten. Zuvor hatte es einen Arbeitsvertragsentwurf gegeben, der sich nicht an Tarifen orientierte. Aber nur, wenn die Tarife gesichert seien, "haben die Mitarbeiter einen verlässlichen Rahmen", hieß es bei der IG BCE.
Was mit den übrigen rund 90 Mitarbeitern – laut Meiers waren zum Zeitpunkt der Insolvenz 340 Leute bei DyStar in Leverkusen beschäftigt – passiert, ist weiterhin nicht klar. "Wir sind keinen Schritt weitergekommen. Der Arbeitgerber will nun erstmal klären, wie vielen Mitarbeitern genau er ein Angebot macht", berichtete Meiers.
Derweil kämpfen Mitarbeiter, die gekündigt wurden und nicht in die Transfergesellschaft Peag eingetreten sind, weiterhin gerichtlich um ihren Arbeitsplatz.
Bei etlichen Terminen gestern vor dem Arbeitsgericht Solingen am Leverkusener Amtsgericht gab's keine Lösung. Zu unklar war Richterin Alexandra Rüter die Reihenfolge der Geschehnisse im Dezember. Da hatten die Mitarbeiter die Kündigung wegen Stilllegung des Betriebes erhalten. "Damals gab es aber bereits den unterschriebenen Kaufvertrag mit der Kiri", sagte Rechtsanwalt Peter Orlowski, der etliche DyStar-Leute vertritt.
Klage auf Wiederbeschäftigung
So sei anzunehmen, dass eine wirkliche Stilllegung gar nicht beabsichtigt worden sei, zumal es keine Anhaltspunkte dafür gebe, dass außer der Freistellung der Mitarbeiter Schritte wie etwa die Kündigung der Firmenräume und der Lieferanten eingeleitet worden seien, wie es der Gesetzgeber verlangt. Insofern sei die Kündigung nicht rechtens.
Orlowski klagt für seine DyStar-Mandanten auf die "Feststellung, dass das Arbeitsverhältnis nicht durch die Kündigung beendet worden ist. Beim neuen Betreiber Kiri will er die Wiederbeschäftigung geltend machen.
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