Leverkusen: Dystars Produktion liegt still
VON LUDMILLA HAUSER - zuletzt aktualisiert: 02.10.2009Leverkusen (RPO). Currenta hat dem Textilfarbenhersteller, der am Montag Insolvenzantrag stellte, Erdgas und Dampf, abgestellt, weil Dystar nicht zahlen kann. Der Insolvenzverwalter will Geld besorgen, damit die Produktion rasch wieder anläuft.
Leverkusen/Frankfurt Nichts geht mehr bei Dystar. An allen Produktionsstandorten in Deutschland kann derzeit nicht mehr produziert werden – weil Dystar keine Energie mehr hat. Beispiel Leverkusen: hier hat Chempark-Betreiber Currenta, der dem Textilfarbenhersteller Energie lieferte, Erdgas und Dampf abgestellt – wegen unbeglichener Rechnungen. "Da mit den Insolvenzverwaltern keine kurzfristige Lösung herbeigeführt werden konnte, um die Bezahlung der von Currenta zu erbringenden Leistungen sicherzustellen, hat sich Currenta entschieden, die Leistungen einzustellen", heißt es in einer kurzen Mitteilung des Chempark-Betreibers." In welcher Höhe Currentas Forderungen liegen, konnte eine Currenta-Sprecherin noch nicht sagen.
Am Montagnachmittag hatte Dystar für seine deutschen Tochterfirmen beim Amtsgericht Frankfurt Insolvenz angemeldet. 1300 Mitarbeiter sind davon betroffen, davon 383 in Leverkkusen. Sie wurden am selben Tag per Rundschreiben des Geschäftsführers über die vorläufige Insolvenz informiert. Bereits im Mai hatte Dystar in Leverkusen 25 Mitarbeitern gekündigt, deutschlandweit waren 300 Stellen gestrichen worden. Als Grund nannte das Unternehmen damals die schlechte Auftragslage.
Derzeit "arbeitet Insolvenzverwalter Stephan Lauberau mit Hochdruck daran, wieder Liquidität herzustellen, damit Currenta bezahlt und die Produktion wieder aufgenommen werden kann", sagte gestern Lauberaus Pressesprecherin. "Derzeit ist einfach nichts auf dem Konto von Dystar." Das bedeutet: Gespräche mit Banken, Kunden, die eventuell in Vorauszahlung gehen, und Verhandlungen mit potentiellen Investoren.
KPMG sucht Investoren
Parallel hat der Insolvenzverwalter deswegen die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG beauftragt, Investoren zu suchen – ebenfalls mit Hochdruck. Gestern hat Lauberau am Standort Frankfurt bei einer Betriebsversammlung den Mitarbeitern die Lage erklärt, in der kommenden Woche will er dies auch in Leverkusen tun.
Bodo Wilms von der zuständigen Gewerkschaft IG BCE hat angekündigt, die Gewerkschaft wolle "zeitnahe Gespräche" mit der Insolvenzverwaltung führen. "Zunächst muss sichergestellt werden, dass die Gehälter bezahlt werden."
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