Leverkusen: ECE: Kölner kaufen in Leverkusen
VON PETER KORN - zuletzt aktualisiert: 01.06.2010Leverkusen (RPO). "Untere" City stärkenIm Schnitt 35 000 Besucher strömen täglich in die Rathaus-Galerie: Viele davon kommen aus anderen Städten: Langenfeld, Leichlingen, Wermelskirchen, Solingen – sogar jede Menge aus dem Kölner Norden sind darunter.
Katrin Becker ist zwar in erster Linie Managerin der Rathaus-Galerie, in zweiter Linie aber auch Kundin. Und als solche erliegt sie den Verlockungen des eigenen Hauses immer mal wieder selbst: "Vor allem, wenn es um Schuhe für meine Tochter geht", verriet die Vertreterin des Galerie-Betreibers ECE gestern gut gelaunt bei Baguette und Kaffee in ihren Büroräumen. Anlass: 100 Tage Rathaus-Galerie Leverkusen. Das Ergebnis in einen Satz gefasst: "Wir sind bisher sehr zufrieden." Zumindest wenn man einige Kernsätze ihrer Bilanz genauer unter die Lupe nimmt, lässt sich die Katrin Beckers gute Laune durchaus nachvollziehen.
- Kundenfrequenz Rund 35 000 Besucher strömen täglich in die Rathaus-Galerie – mehr, als ursprünglich erwartet. Der verkaufsoffene Sonntag am 2. Mai hat mit etwa 70 000 Besuchern die Erwartungen ebenfalls weit übertroffen.
Zitate der Geschäftswelt
Michael Kopp (Aktionsgemeinschaft Opladen): "Am Anfang hat die Rathaus-Galerie schon stark Kunden abgezogen. Mittlerweile stimmt die Kunden-Frequenz aber wieder. Zu den Einnahmen lässt sich nur schwer etwas sagen. Rückgänge dort können ja auch mit der Finanzkrise zu tun haben."
Hans-Peter Teitscheid (Werbe- und Fördergemeinschaft Schlebusch): "Die Rathaus-Galerie hat sich für die Stadt als grundsätzlich positiv erwiesen. Die Konkurrenz zu uns in Schlebusch hat sich bisher als nicht so gravierend gezeigt – und mit unserem Karree erweitern wir unser vielfältiges Angebot künftig ja auch noch mehr."
- Mieterzufriedenheit Viele der Besucher scheinen offensichtlich auch Kunden zu werden. Die Rückmeldungen der Geschäfte seien jedenfalls positiv, meldet die Center-Managerin und: "Wir haben faktisch keine Mieterbeschwerden."
- Reichweite Abfragen bei den Besuchern haben ergeben, dass neben den erwarteten Kunden aus Langenfeld, Leichlingen, Wermelskirchen, Teilen von Solingen und anderen Städten des Bergischen sich vor allem der Kölner Norden verstärkt nach Leverkusen orientiert. Aus dem Bereich bis zu 30 Minuten Anfahrt ergibt sich ein Einzugsgebiet von 3,4 Millionen möglichen Kunden – realistisch angesetzt werden etwas mehr als 461 000.
- Interner Vergleich Auch gegenüber anderen Innenstadt-Centern liegt die Rathaus-Galerie gut, wie Katrin Becker betont. "Und unsere Internet-Homepage zählt zu den Top 10 aller ECE-Center."
Anlaufschwierigkeiten kehrt die Managerin dabei nicht unter den Teppich: Verzögerungen beim Vorplatz-Bau, Probleme mit der Klima-Anlage und beim Toiletten-Betreiber "Sanifair" hätten schon für einige Ecken und Kanten im ansonsten rund laufenden Betrieb gesorgt. Wichtig sei es jedoch, Probleme schnell zu lösen. "Das haben wir getan." Aktuell läuft noch die Diskussion, ob der Eiscafé-Betreiber zur Straße hin auch nach Galerieschluss um 20 Uhr noch öffnen darf. Laut ECE geht das, so lange er sicherstellt, dass Gäste nicht in die dann leere Galerie gelangen.
Neue Aktionen sollen in den nächsten Monaten bewirken, dass die Erfolgsgeschichte weitergeschrieben werden kann: Torwandschießen und "Deutschland sucht den Superdribbler" zur WM, ein Schulstart-Markt mit allem, was i-Dötzchen und Co. so benötigen – sogar einen Weihnachtsmarkt soll es in der Rathaus-Galerie geben.
Dass es übrigens vor allem jede Menge Schuhgeschäfte im ECE gibt, ist nach Auskunft von Katrin Becker "exakt so gewollt". Das breite Angebot habe sich bei den Kunden bewährt. Das dürfte dann auch die Tochter freuen.
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