Leverkusen: Eigene Halle geplant
VON TOBIAS KRELL - zuletzt aktualisiert: 09.10.2006Leverkusen (RPO). Der TC 72 bangt um den Austragungsort des Kunstturn-Wettbewerbs. Die Wilhelm-Dopatka-Halle ist von der Schließung bedroht. Auch die Trainingsmöglichkeiten sind unzureichend. Jetzt geht der Verein in die Offensive.
Die Stimmung in der Dopatka-Halle war prächtig. Rund 2000 Zuschauer gaben dem Leverkusen-Cup einen würdigen Rahmen. Seit zwei Jahren steigen die Besucherzahlen der Traditionsveranstaltung wieder. Allerdings bangen die Veranstalter vom TC 72 nun um den Austragungsort des Kunstturn-Wettbewerbs. Seit die ersten Meldungen von der bis 2010 drohenden Schließung der Halle kamen, wird eine Alternative gesucht. „Fündig geworden sind wir allerdings noch nicht. Die KölnArena wäre zu groß. In Leverkusen gibt es zur Zeit keine andere Halle für diese Zuschauerzahlen“, sagte Dieter Schulz. Die Hallenfrage beschäftigt den Mann, der beim TC 72 für den Wettkampfsport zuständig ist, gleich in doppelter Hinsicht.
Leverkusen-Cup
Vorläufer zum Leverkusen-Cup waren drei Turnwettkämpfe mit internationaler Beteiligung in den Jahren 1973 bis 1975. Die ersten beiden fanden noch im Forum statt. Am 2. Oktober 1976 feierte der Leverkusen-Cup seine Premiere und wird seitdem jährlich ausgerichtet. Es waren Teams aus allen fünf Kontinente beim Traditionswettbewerb am Start.
Denn die Trainingsbedingungen des Turn-Clubs sind alles andere als ideal. Er nutzt die Hallen des Schulzentrums Ophoven und am Dhünnberg. „Meist müssen wir unsere Geräte nach dem Training wieder abbauen, und in den Ferien können wir zum Teil nicht trainieren, weil die Hallen geschlossen sind“, beklagt Vereinsvorsitzende Gabriele Pfeffer. Teilweise würden hoffnungsvolle Talente den Verein verlassen, weil sie anderswo bessere Bedingungen vorfinden.
Eine Lösung der Probleme ist in Sicht. Der TC 72 plant den Bau einer eigenen Halle. Die Idee wird schon länger diskutiert. Doch nun kommt Bewegung in die Angelegenheit. „Wir führen intensive Gespräche. Ich bin äußerst optimistisch, dass das klappt“, betonte Schulz. Als Standort für die Halle kämen mehrere bereits ausgeguckte Grundstücke im Leverkusener Stadtgebiet in Frage. Und auch finanziell könne der Verein ein Projekt dieser Größenordnung wohl stemmen. „Das wäre zwar ein ziemlicher Kraftakt, aber diese Halle ist für uns auch von immenser Bedeutung. Schließlich gilt es, die Rahmenbedingungen zu schaffen, um im sportlichen Bereich zukunftsfähig zu sein“, meint der Vereinsvertreter für den Wettkampfsport. Als möglicher Austragungsort für den Leverkusen-Cup komme sie jedoch in keinem Fall in Frage. Es handele sich um eine reine Trainingshalle. Der Neubau soll nicht nur den Kunstturnern eine deutliche Verbesserung bringen. „Das wäre etwa auch für Mutter-Kind-Turnen sehr schön. Dann könnten wir solche Kurse zu vernünftigen Uhrzeiten anbieten. In die städtischen Hallen können wir nur am späten Nachmittag und Abend.“Die Kunstturner im TC 72 sind stets auf der Suche nach Nachwuchs. Mädchen und Jungen, die Interesse und Talent mitbringen und wenigstens sechs Jahre alt sind, können zum Probetraining vorbei schauen. Außerhalb der Ferien finden die Übungseinheiten dienstags ab 18 Uhr in der Halle 1 des Sportzentrums Ophoven statt und freitags ab 17.30 Uhr in der Turnhalle am Dhünnberg. Weitere Informationen gibt es unter der Telefonnummer 0214/57218.
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