Opladen: Ein fleißiger Romantiker
VON MONIKA KLEIN - zuletzt aktualisiert: 01.09.2009Opladen (RPO). Kantor Michael Porr gab bei einem Studiokonzert in der Opladener Bielertkirche einen Einblick in Leben und Werk des französischen Komponisten César Franck. Details aus dessen Biografie trugen zum intensiveren Hören seines Werkes bei.
Er gehört zweifellos zu den bekannten Komponisten. Aber fragt man nach Werken von César Franck, kommen selbst Freunde der Orgelmusik schnell an Grenzen. Dabei war der französische Romantiker unglaublich fleißig, hinterließ eine lange Werkliste, die neben Literatur für Tasteninstrumente auch Kammer- und Orchestermusik, Messen, Motetten, Oratorien oder Opern umfasst. "Ich muss gestehen, ich kenne keine seiner Opern", verriet Kantor Michael Porr, der in seinem Konzert in der Bielertkirche ein Schlaglicht auf den Wegbereiter der Orgelsinfonik und Lehrer Widors und Viernes warf.
Jedes Budget gesprengt
Francks großes Oratorium über die Seligpreisungen etwa sei allein aus finanziellen Gründen nicht aufzuführen. Acht Solisten und ein Riesenorchester sprengten jedes Budget, erklärte Porr, der bei diesem Gesprächskonzert den "Choral a-Moll" vorstellte. Ein Spätwerk aus dem letzten Lebensjahr von César Franck, der nach einem Droschkenunfall an einer Bauchfellentzündung starb. Das Ende eines Lebens mit vielen tragischen Momenten und Entwicklungen, von denen Porr seinen Hörern einiges erzählte. Vom Scheitern der Wunderkind-Karriere, die der ehrgeizige Vater seinen beiden Söhnen nach dem Vorbild der Familie Mozart verordnet hatte. Von den entbehrungsreichen Jahrzehnten, in denen er die Familie mit Klavierstunden durchbrachte, und von der tragischen Entwicklung an der Hochschule in Paris, wo man den bescheidenen Franck bei der Vergabe einer Professur überging. Details aus der Biografie des Komponisten trugen ebenso zum intensiveren Hören seines Werks bei wie das Wissen über formalen Aufbau des "Chorals a-Moll", den die Besucher dieses Konzertes gleich zwei Mal zu hören bekamen. Einmal noch relativ unbedarft am Anfang, dann mit sehr viel mehr Kenntnissen über Stück und Schöpfer am Ende.
Und wer von dem Angebot Gebrauch gemacht hatte, sich zur zweiten Aufführung einen Platz unten in der Kirche zu suchen, der hatte auch einen völlig anderen Klangeindruck. Die langen Pausen etwa, mit denen Franck im ersten Teil seiner Komposition figurierte und akkordische Abschnitte voneinander trennte, wirkten dicht neben dem Instrument auf der Empore fast künstlich, aufgesetzt. Ganz anders am anderen Ende der Kirche, wo der Sound ausrollte, so dass man ihm nachhorchen mochte.
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