Leverkusen: Ein Hauch von Advent
VON ROMAN ZILLES - zuletzt aktualisiert: 09.11.2009Leverkusen (RPO). Nach dem Schlebuscher Martinsmarkt ziehen die Verantwortlichen ein zweigeteiltes Fazit: Der Samstag blieb wegen Regens hinter den Erwartungen zurück, gestern jedoch polierten einige Stunden Sonnenschein die Bilanz auf.
SCHLEBUSCH Die Weihnachtszeit begann für Norbert Litterst in diesem Jahr im März. Nach Feierabend, "insbesondere wenn nichts im Fernsehen kam", machte der Fachmann für Werbebeschriftungen im vergangenen halben Jahr Überstunden. Nach Schriftzügen für seine Kunden produzierte er dann – quasi nebenbei – mit einer Computer-gesteuerten Maschine und mit der Hand weihnachtliche Laubsägearbeiten. "Alles hergestellt in Leverkusen", warb der Rheindorfer für Fensterschmuck, Baumanhänger und Schwibbögen, deren Motive er fast alle selbst entwickelt hat.
Regenpause für den St. Martinszug
Historischer Kalender
Aus historischen Bilddokumenten hat die Schlebuscher Werbe- und Fördergemeinschaft einen Kalender für das kommende Jahr zusammengestellt. Er ist für 9,80 Euro zu haben in den Buchhandlungen Gottschalk und Middlehauve, Spielwaren Schäfer und im Geschäft "Die Idee".
Littersts Stand weckte bei einigen Besuchern des Schlebuscher Martinsmarktes leichte Vorfreude auf die Adventszeit. Noch wurde die adventlich angehauchte Atmosphäre allerdings von Laternen und Weckmännern in den Schatten gestellt. Obwohl: Schatten gab es zumindest am Samstag so gut wie gar nicht. Stattdessen dominierten Regenwolken den Himmel über Schlebusch. "Es war in 14 Jahren das erste Mal, dass wir zum Martinsmarkt Regen hatten", resümierte Werner Nolden, der den Markt in Kooperation mit der Werbe- und Fördergemeinschaft veranstaltet.
Immerhin geriet der große St. Martinszug nicht zum feuchten Fiasko. Rund um die drei Kapellen schlossen sich nach Noldens Schätzung rund 3000 Personen dem Tross an, der in einer kurzen Regenpause von der Fußgängerzone über Wuppermannpark Richtung Feuer an der Freundenthaler Maschinenfarbik zog. Kurz vorm Erreichen der Flammen öffnete der Himmel zwar wieder seine Schleusen. Aber das Wetter schlug den Gästen immerhin nicht auf den Magen: Von 1000 kostenlosen Weckmännern blieb kein einziger unverteilt. Hakte Nolden den Samstag aus Veranstalter-Sicht bestenfalls in der Rubrik "okay" ab, sorgte indes der Sonntag bereits wieder für Besserung. Bei Sonnenschein stellte sich der für Schlebuscher Verhältnisse übliche Andrang an der Bergischen Landstraße ein, so dass die Betreiber der zahlreichen Stände sowie der ebenfalls geöffneten Geschäfte zumindest gestern gute Verkaufsergebnisse erzielt haben dürften.
Zum Klagen war Norbert Litterst ohnehin nicht zumute. Mit seinem weihnachtlichen Holzschmuck scheint er gute Umsätze zu erzielen. Zumindest denkt der Rheindorfer derzeit darüber nach, vom Werbe- komplett ins Weihnachtsgeschäft zu wechseln – "wenn ich genug Händler für meine Artikel finde, würde ich umsatteln." Für Litterst wäre dies bereits die zweite Umschulung in seinem Leben: Ins Berufsleben gestartet als Juwelen-Goldschmied, wurde vor rund 15 Jahren ein Werbedesigner aus ihm – und nun vielleicht ein Assistent des Weihnachtsmanns.
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