Leverkusen: Ein Stück Europa in Leverkusen
VON MONIKA KLEIN - zuletzt aktualisiert: 05.01.2008Leverkusen (RPO). In der Forum Galerie läuft ab Sonntag die Ausstellung zum Europäischen Künstlerpreis 2007 mit Werken örtlicher Künstler und Künstler aus Leverkusens Partnerstädten. Der Gewinner wird bei der Eröffnung bekannt gegeben.
In Euromünzen und bunten Flaggen ist ein Stück Europa in Leverkusen zu entdecken. Das und einiges mehr spiegelt sich in den 20 Arbeiten wider, die für die Ausstellung zum Europäischen Künstlerwettbewerb 2007 in der Forum Galerie nominiert wurden. Welche davon mit dem mit 1000 Euro dotierten Künstlerpreis 2007 und weiteren Ehrenpreisen bedacht wird, ist noch nicht bekannt. Am Sonntag wird Organisatorin und Moderatorin Ellen Loh-Bachmann die Preisträger bei der Eröffnung um 16.30 Uhr bekannt gegeben.
Eine 13-köpfige Jury, die je zur Hälfte mit Künstlern und Preisstiftern beziehungsweise Mitarbeitern von KulturStadtLev besetzt war, traf in geheimer Abstimmung die Auswahl aus den insgesamt 27 Einsendungen von Künstlern, die in Leverkusen oder den Partnerstädten leben beziehungsweise arbeiten. Viele unterschiedliche Sparten der bildenden Kunst sind in der Ausstellung vertreten. Und manchmal vereinen sich sogar mehrere in einem Werk. Etwa in der großen, raumgreifenden Arbeit von Elena Büchel und Willy Borgfeld. Auf den stehenden mannshohen Buchstaben LEV haben sie Porträtfotos collagiert. Doch am Anfang stand die Aktion, denn beide suchten am Landrat-Lucas-Gymnasium Schüler aus verschiedenen EU-Ländern, die bereit waren, sich ihre Flagge ins Gesicht schminken zu lassen.
Die Geschichte von konkreten Menschen inspirierte Peter Nettesheim zu einer für ihn ungewöhnlich kleinen Bildhauerarbeit, die „Herr Papoulis und Frau Kartirtzidis“ zeigt. Walter Gille dagegen besorgte sich Baumstücke aus europäischen Ländern, schnitt davon Holzscheiben und fügte sie mit Zinn zu Würfel und Stele als „Schmelztiegel Europa“ zusammen. Das Europafest im Schlosspark und die BayArena als Treff von Europäern sind in Aquarellen von Eva Löffler und Ulrich Fritsche zu erkennen.
Die Tatsache, dass nirgends so viele Brücken gebaut werden wie in Europa, inspirierte Stefan Klingkt zu seiner Fotoarbeit „Europa baut Brücken“. Die Einzelbilder dazu sammelte er bei der Montage der Neulandbrücke. Brigitta Buse bezog sich auf die Bierbörse als völkerverbindende Veranstaltung und schuf aus Bierflaschenfotos die Collage „Stammtisch Europa – Gemeinschaft in Vielfalt“.
Neben Malerei und Zeichnung gibt es auch eine ganz neue, von Rita Klein entwickelte und „Röntage“ genannte Technik. Sie arbeitete mit Röntgenbildern, die sie mit der Kratzfeder zeichnete und danach collagierte. Die jüngste Teilnehmerin ist Claire Fanjul, eine Kunststudentin aus Villeneuve d’Asqc. Die älteste ist mit 89 Jahren Dr. Dora Brück. Lilli Schulz spielt mit einer rostigen Eisenskulptur auf die europaweite Wirkung der Leverkusener Jazztage an. Für ihre größere, aus Stahlwürfeln zusammen gesetzte Arbeit war in der Forum Galerie kein Platz, darum steht sie draußen.
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