Leverkusen: Ein ungebetener Besuch
zuletzt aktualisiert: 03.09.2009Leverkusen (RPO). Die Leverkusener Luchse sind gerade im Haus des kranken Onkels Giselher unterwegs,
um herauszufinden, warum sie einen Einbruch begehen sollen, als es plötzlich an der Tür klingelt.Was bisher geschah: Lisa ist außer sich. Erst müssen sie und ihre Freunde Mirko und Leon mitansehen, wie ihr Onkel Giselher mit Herzinfarkt ins Klinikum gefahren wird, und dann sollen die drei auch noch einen Einbruch begehen, um an den Schatz der Nibelungen zu kommen.
Leverkusen (LH) Leon verstand die Welt nicht mehr. Sie sollten irgendwo einbrechen? Aber wo? Mirko blickte auch ziemlich dämlich drein. "Was machen wir denn jetzt?", fragte er hilflos. Leon, der auf Mirko gar nicht mehr sauer war, seit er erfahren hatte, dass der seiner Lisa im Urlaub kein Haar hatte krümmen können, war plötzlich voller Ideenreichtum.
"Wenn die Türe offen steht"
"Guck mal, die Tür von Onkel Giselhers Haus steht noch offen. Da schauen wir uns mal ein bisschen um, und nachher postieren wir uns und rufen Lisa an, damit sie uns aufklärt, was eigentlich los ist", befahl er. Mirko nickte: "Damit ziehen wir sozusagen einen Einbruch schon mal vor. Aber wenn die Türe offen steht..."
Die beiden schlichen auf Zehenspitzen ins Haus. Nötig gewesen wäre das nicht, Giselher Hadenberger lebte allein in einem kleinen Häuschen in Blecher. Er hatte weder Frau noch Kinder. Seine Bezugsperson war sein Bruder Gunther, der in einer Nebenstraße wohnte. "Warum der wohl nichts mitgekriegt hat von Giselhers Herzinfarkt?", dachte Leon und schloss hinter Mirko die Haustüre. "Ach, der ist ja nach seiner Party zur Kur nach Bad Salzufflen", fiel ihm ein.
Dann lief alles so ab, als wären Mirko und Leon seit Jahren als Schnüfflerduo tätig. In Küche und Bad – keine Auffälligkeiten. Mirko und Leon arbeiteten sich gerade durch den Sekretär im Wohnzimmer, als zwei Dinge zur selben Zeit geschahen. Mirko hielt triumphierend ein verwittertes Stück Papier hoch – und es klingelte.
Papier unterm Sofakissen
Die beiden Jungen fuhren zusammen. Hatte etwa ein Nachbar bemerkt, dass sie ins Haus gegangen waren und hatte die Polizei gerufen? Mirko legte nervös das Stück Papier unter ein Sofakissen. "Doch nicht dahin", zischte Leon. "Leg es in die Schublade vom Sekretär. Lass mich machen, ich habe einen Plan. Spiel' einfach mit." Mirko nickte.
Leon schritt selbstbewusst zur Tür und öffnete. Vor ihm stand kein Polizist. Viel schlimmer. Es waren Oberbürgermeister Ernst Küchler und eine kleine Abordnung der Stadtspitze. "Guten Tag, Küchler mein Name, ich möchte zu Giselher Hardenberger – Glückwünsche der Stadt überbringen zum 90. Geburtstag heute. Herr Hardenberger war langjähriger Mitarbeiter der Stadt Leverkusen, das wollten wir uns nicht nehmen lassen", sagte der Oberbürgermeister. Leon schaltete blitzschnell. "Ja, das ist gerade schlecht. Unser Großonkel ist gerade ins Krankenhaus gekommen. Herzinfarkt. Und das an seinem Geburtstag", erläuterte er. "Die Hälfte dieses Satzes entspricht zumindest der Wahrheit", beruhigte er sich selbst.
"Das ist schade", sagte Küchler. "Darf ich dennoch reinkommen und um ein Glas Wasser bitten? Ich habe so viele Termine heute – kaum Pausen." Innerlich wurde es Leon schwummrig. Äußerlich bewahrte er die Fassung. "Natürlich. Gerne. Kommen Sie rein. Mirko, holst Du in der Küche das Wasser?", säuselte Leon. (Fortsetzung folgt)
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