Leverkusen: Einmal Stromgucken im Chempark
VON JULIA BERTENBURG - zuletzt aktualisiert: 06.09.2010Leverkusen (RPO). Beim Besuchertag mit dem Gastgeber Currenta ging es gestern um Energie, die in dem Industriepark erzeugt und verbraucht wird. Per Bus ging's für die Gäste quer durch das Areal – vom Kraftwerk bis zur Umspannanlage.
Wie funktionieren Wasserversorgungsanlagen und Kraftwerke? Woher kommt die Energie? Antworten auf diese Fragen gab es gestern bei den Besuchertagen des Chemparks, der den Tag über zweistündige Besichtigungstouren bot.
Nachdem die Besucher von Betreuerin Silvia Fehse-Schmitz mit allgemeinen Infos und Einweisungen versorgt worden sind, geht es nach draußen, wo bereits ein Reisebus auf die Gruppe wartet. Zuvor jedoch wird jeder noch mit Helm und Schutzbrille ausstaffiert – sicher ist sicher. Dann setzt sich der Bus in Bewegung: Vorbei an der Sicherheitszentrale, dem Bayer-Kreuz ("das Wahrzeichen von Leverkusen", wie Fehse-Schmitz erläutert), den Firmen Kemira und Kronos Titan und dem Hafengebiet. "Heute ist hier nicht viel los, weil Sonntag ist", schallt es über das Mikrofon, das die Besucherbetreuerin in der Hand hält. "Normalerweise fahren hier pro Tag rund 800 Lkw ein und aus, und es herrscht reger Schienenbetrieb."
Drei Besuchertage
Die Currenta hat in diesem Jahr diese Form des Besuchertages eingeführt – aufgegliedert in drei Themenbereiche an drei Aktionstagen jeweils an den drei Standorten. Betreut wurden die Besucher gestern von den Mitarbeitern der Betriebe, die besichtigt wurden. Durch den Tag sollen Vorbehalte gegenüber der Chemieindustrie abgebaut werden.
Als der Bus das Gebäude des Silikonherstellers Momentive passiert, weist Fehse-Schmitz auf eine Anzeigetafel direkt neben dem Eingang hin, die die unfallfreien Tage im Betrieb anzeigt. "Alles muss gemeldet werden, selbst wenn sich ein Mitarbeiter in den Finger schneidet", erläutert Fehse-Schmitz. "Wenn besonders lange unfallfrei gearbeitet worden ist, bekommen die Mitarbeiter eine Belohnung."
Nach gut 25 Minuten macht der Bus Halt, lässt die Besucher aussteigen, die auf ihrem Schild einen gelben Punkt vorzuweisen haben. Für alle anderen geht es noch ein Stückchen weiter, bis sie von Dieter Drapatz empfangen werden. Der Betriebstechniker für Rohrnetzanlagen führt die Gruppe in die Gasdruckreduzierstation, erklärt, was im Einzelnen mit dem Erdgas geschieht und informiert über die Sicherheitsvorkehrungen: "Wir haben hier Sensoren, welche die Raumluft überwachen und im Falle eines Erdgasaustritts ein Alarmsystem benachrichtigen", sagt Drapatz.
Weiter geht es in die Zentralwacht der Wasserversorgung: Dort zeigt Betriebsmeister Manfred Horn auf einer Karte, wo die Brunnen und Wasseraufbereitungsanlagen angesiedelt sind und führt die Besucher im Anschluss in die Gebäude, in denen die Pumpstation und die Filter untergebracht sind.Letzte Station ist die Umspannanlage. "Wir gucken uns jetzt den Strom an. Wo wir schon beim ersten Paradoxon wären, denn Strom kann man ja nicht sehen", kündigt Betriebsmeister Bernd Luchtenberg an.
"Sie werden 220 000 Volt sehen – der Strom kommt mit solcher Spannung ins Werk, weil er über weite Strecken hinweg transportiert werden muss", erklärt Luchtenberg. Jedoch müsse man ihn auf eine niedrigere Spannungsebene bringen und im Werk gleichmäßig verteilen. "Zum Einsatz kommt er dann etwa bei der Steuerungs- und Regelungstechnik, der Beleuchtung und den Ampelanlagen", erläutert Luchtenberg.
Nach rund einer Stunde nehmen die Besucher ihre Helme ab, lassen sich wieder im Bus nieder, der auf der Rückfahrt den Kölner Teil des Chemparks durchfährt, diesmal vorbei an der Container-Waschanlage, der Bayer-Berufsschule und dem neuen Werkszaun und lauschen abermals den Worten von Silvia Fehse-Schmitz
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport,
Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder,
Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.







