Leverkusen: Einschulungsgottesdienst weltweit
VON JULIA BERTENBURG - zuletzt aktualisiert: 06.09.2010Leverkusen (RPO). Die Einschulungsfeier für rund 200 islamische i-Dötze in der Moschee am Kiesweg war nicht nur für die Kinder Neuland. Auch ein türkischer Fernsehsender interessierte sich für den zum ersten Mal veranstalteten Gottesdienst.
Die Atmosphäre ist ungezwungen: Kinder laufen kreuz und quer durch den Betsaal, es herrscht ab und an leises Gemurmel und auch nach Beginn der Zeremonie gesellen sich noch einige Familien dazu, wobei die Männer vorne, und ihre Frauen im hinteren Teil der Moschee am Kiesweg Platz nehmen.
Was katholische und evangelische der 1541 Leverkusener I-Dötzchen bereits zu ihrem Erinnerungsschatz zählen, erlebten rund 200 muslimische Schulanfänger gestern: Zum ersten Mal hatten der Rat der Religionen und islamischen Gemeinschaften gemeinsam mit den Moscheegemeinden einen eigenen Einschulungsgottesdienst organisiert.
Mitglieder des Rats
Zum Rat gehören: das türkisch islamische Kulturzentrum Diyanet, der türkische Nationalverein Opladen, die islamische Union Leverkusen, der marokkanische Eltern- und Jugendverein, der marokkanische Moscheeverein sowie die Moschee Mesxhidiaksa.
Mustafa Yilmaz, Vorstandsvorsitzender des Türkisch-Islamischen Kulturzentrums, lobte die Zusammenarbeit mit den deutschen Grundschulen: "Lehrer und Direktoren haben großes Interesse gezeigt." Einige derer waren auch gestern in der Moschee dabei. So betonte eine Lehrerin, es sei wichtig, dass "unsere Kulturen und Religionen sich mit Respekt begegnen". Der stellvertretende Vorsitzende des Marrokanischen Vereins sagte: "Es ist wichtig für uns, dass die Kinder wissen, dass sie auf eine deutsche Schule gehen."
"Das gab es noch nie"
Interesse an der Veranstaltung zeigte auch ein türkischer Fernsehsender, der Bilder von der Feier für einen Bericht mitschnitt, der weltweit im türkischen Fernsehen ausgestrahlt wird. "Das ist ja eine Sache, die es noch nie zuvor gab", sagte Mustafa Yilmaz. Den Impuls, einen solchen Gottesdienst ins Leben zu rufen, habe der Rat der islamischen Gemeinnschaften gegeben. Wegen der guten Resonanz und Zusammenarbeit sind künftig weitere solcher Einschulungsgottesdienste vorgesehen, jedes Jahr dann jeweils in einer anderen Moschee der Stadt.
Während der Feier wurde gemeinsam gebetet und gesungen, zudem wurden Vorträge darüber gehalten, wie die Kinder sich im Umgang mit Freunden, Mitschülern und Lehrern zu verhalten haben. "Wenn ihr in der Schule seid, müsst ihr auf eure Lehrer hören", hieß es da etwa, erst auf Arabisch, dann ins Deutsche übersetzt.
Schul-Utensilien und Süßes
Am Ende der Zeremonie wartete auf jedes Kind eine Schultüte – in eckiger Form – mit Schul-Utensilien und natürlich mit Süßigkeiten.
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