Leverkusen: Eiskalte Schufterei
VON SABINE WOTZLAW - zuletzt aktualisiert: 09.01.2009Leverkusen (RPO). Trotz der eisigen Temperaturen wird in Leverkusen vielerorts draußen weitergearbeitet – zum Beispiel an der ECE-Baustelle und der BayArena. Marktbeschicker retten sich mit heißem Tee und Kaffee über die Runden.
Die Dächer sind weiß, die Bürgersteige mit Schnee bedeckt. Die klirrende Kälte macht den Arbeitern der BayArena-Baustelle zu schaffen. „Die Temperaturen sind unangenehm, aber wir arbeiten trotzdem ganz normal weiter“, erzählt Pressesprecher Nico Hartmann. Die Gerüste und die Innenfläche des Stadions, wo Teile der Dachkonstruktion gelagert werden, müssten jeden Morgen vom Schnee befreit werden. Das sei mühsam, Mehrkosten würden dadurch jedoch nicht entstehen. „Wir waren auf Schnee und Eis eingestellt.“
Keine Betonarbeiten
Auf der ECE-Baustelle gehen die Arbeiten bei eisiger Kälte nur langsam voran. „Wir verzichten zurzeit auf Arbeiten, die mit Wasser zu tun haben, machen keine Betonagen“, erzählt ECE-Projektmanagerin Astrid Thiele. Stattdessen würden Vorbereitungsarbeiten gemacht, Zulieferungen getätigt. „Die Kräne drehen sich aber weiter.“
Rücksicht im Wald
Adelbert Krull vom Hegering II-Opladen ruft Spaziergänger in der Winterlandschaft zu Rücksichtnahme auf Wildtiere auf. Wild sollte nicht aufgeschreckt werden, weil dies bei den eisigen Temperaturen bei den Tieren zu unnötigem Energieverlust und Verletzungen führen könne. Störungen könnten Wildtiere so schwächen, dass sie nicht mehr durch den Winter kommen.
Hunde sollten unbedingt an die Leine genommen werden.
Bei minus fünf Grad ist der Betrieb auf dem Opladener Wochenmarkt an diesem Donnerstagmorgen überschaubar, der Marktplatz voller Schneematsch. Lars Hamann, der eine Skihose und zwei Jacken trägt, hält eine Tasse mit heißem Tee in der Hand. „Das ist meine Methode, um mich vor der Kälte zu schützen“, erzählt der Händler. Das wärme zumindest die Hände. Seit 7 Uhr stehe er schon hier und verkaufe Damenstrickwaren. Er sei aber wesentlich Schlimmeres gewöhnt. „Am Dienstag habe ich bei minus 17 Grad auf dem Markt gearbeitet.“ Dagegen sei das heutige Wetter geradezu traumhaft.
Handschuhe, Mützen, Schals, Bürsten, Schlüsselanhänger: „Was kostet denn hier so ein Saugnapf?“, fragt eine Kundin den Standinhaber Hans Peter Meyerling. „Ein Euro fünfzig“, antwortet der Händler. Vier Stunden stehe er schon in der Kälte. „Da hilft nur Kaffee oder frieren.“ Wegen der Kälte seien deutlich weniger Menschen auf dem Markt unterwegs. „Weit mehr als zwei Drittel der Besucher sind heute ferngeblieben“, erzählt Meyerling und trinkt einen Schluck Kaffee. Nach weiteren drei Stunden in der Kälte freue er sich aufs Warme.
Wildtiere sparen Energie
Bei Eis und Schnee machen sich viele Menschen Sorgen um die Tiere im Wald oder Garten. „Die Tiere kommen noch prima ohne Hilfe aus“, sagt der Forstbetriebsbeamte Karl Zimmermann. Die Kälte halte erst seit ein paar Tagen an, die Tiere seien darauf eingestellt, würden weniger wild umherrennen, um Energie zu sparen. Hasen und Rehe fänden immer etwas Fressbares. Auch Vögel hätten genügend Nahrung, um satt zu werden. Es sei aber nichts dagegen einzuwenden, die Vögel oder Eichhörnchen im Garten mit Futter zu versorgen. Futterstellen im Wald seien dagegen nur in Notzeiten erlaubt. „Davon sind wir noch weit entfernt.“
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