Rhein-Wupper: Fahrer gingen bis an die Grenze
VON STEFAN SCHNEIDER - zuletzt aktualisiert: 29.07.2010Rhein-Wupper (RPO). 18 Fahrer der Firma Hüttebräucker haben an einem ganztägigen Sicherheitstraining für Omnibusfahrer teilgenommen. Unter anderem wurde Bremsen auf trockener und nasser Fahrbahn trainiert.
Das ist alles andere als ein Kinderspiel: Wer einen zwölf Meter langen Linienbus mit knapp 80 Stundenkilometern an einer Reihe von Hindernis-Hütchen vorbeimanövrieren kann, ohne auch nur einen der Pylone umzuschmeißen, bei dem dürfte sich jeder Passagier in guten Händen fühlen. Omnibusfahrer Fritz Maibaum vom Leichlinger Verkehrsbetrieb Hüttebräucker hat gerade bewiesen, dass er selbst in kniffligen Verkehrssituationen kühlen Kopf behält und sein Fahrzeug voll im Griff hat.
Maibaum nahm mit 17 anderen Fahrern der Firma Hüttebräucker an einem ganztägigen Sicherheitstraining für Omnibusfahrer teil. Das fand samstags auf einem speziellen Gelände im 90 Kilometer von Leichlingen entfernten Grafschaft-Lantershofen statt. Hüttebräucker hatte den Platz und das Instruktorenteam der Neoplan-Akademie für seine Mitarbeiter gebucht. Der Lehrgang laufe nach den Richtlinien des Deutschen Verkehrssicherheitsrates und werde nach dem Buskraftfahrerqualifizierungsgesetz als Weiterbildungsmaßnahme anerkannt, berichtete Geschäftsführer Udo Hüttebräucker. Dies sei für die Verlängerung der Busführerscheine erforderlich, damit die Führerscheine gewerblich genutzt werden dürfen. Dies werde zwar erst ab September 2013 Pflicht, doch man wolle vorsorgen, damit es am Stichtag nicht zu Engpässen komme, erklärte Udo Hüttebräucker.
Hüttebräucker
Die Busse des Verkehrsbetriebs Hüttebräucker – Standard-Omnibusse, Liniendoppeldecker, Gelenkbusse, und Kleinbusse – fahren den Angaben des Unternehmens zufolge pro Jahr 320 000 Kilometer und befördern mehr als eine Million Fahrgäste. Das Streckennetz umfasst Leichlingen, Leverkusen und Langenfeld.
Statt der sonst bei solchen Lehrgängen mit knapp 20 Personen üblichen vier bis fünf Busse hatten die Leichlinger neun Gefährte mitgebracht. Somit mussten sich nur jeweils zwei Fahrer einen Bus teilen, was den Schulungserfolg förderte. Denn die Fahrer konnten die Übungen auf diese Weise öfter wiederholen.
Zum Programm gehörte ein theoretischer und ein praktischer Teil. Im theoretischen Teil ging es um Gefahrenlehre, Straßenverkehrsrecht, Fahrphysik und Vermeidungsstrategien sowie um Technologien wie ABS, EBS, ESP und CDS. Den größten Teil des Tages nahmen aber die praktischen Übungen in Anspruch. Unter anderem wurde Bremsen auf trockener und nasser Fahrbahn trainiert, mit und ohne ABS/EBS-Anlage, es gab Kurvenfahrten auf bewässerter Kreisbahn bis zum Ausbrechen des Fahrzeughecks und Tipps zur ergonomischen Sitzeinstellung.
Das eingangs beschriebene Ausweichmanöver auf trockener und nasser Straße war eigentlich bis zu einer Geschwindigkeit von 70 Stundenkilometern vorgesehen. Fritz Maibaum meisterte die Herausforderung nach drei Tests dann aber sogar mit besagten knapp 80 km/h. Einer der Instruktoren hob daraufhin mahnend, aber auch lächelnd den Zeigefinger und wies Maibaum darauf hin, dass er seine Grenzen und die des Fahrzeugs erreicht habe.
Genau das sei das Ziel gewesen, erläuterte Udo Hüttebräucker: "Die Busfahrer in kleinen Schritten an ihre persönlichen Grenzen und an die Grenzen der Fahrphysik und der Technik heranzuführen." Nur wer seine Grenzen kenne, fahre auch gelassen, denn er kenne dann ja auch seine Reserven.
Nach der erfolgreichen Teilnahme am Sicherheitstraining erhielten die Hüttebräucker-Fahrer ihre Urkunden.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum






