Leverkusen: "FDP verliert Identität"
VON HERBERT BONGARTZ - zuletzt aktualisiert: 27.01.2009Leverkusen (RPO). Recht unterschiedlich reagieren die Parteien auf die Entscheidung der FDP vom vergangenen Wochenende. Dort hatten die Leverkusener Liberalen mit großer Mehrheit (34 von 39 möglichen Stimmen) beschlossen, Reinhard Buchhorn (CDU) als gemeinsamen Kandidaten für die Wahl des Oberbürgermeisters am 7. Juni gegen Amtsinhaber Ernst Küchler ins Rennen zu schicken.
Diese Entscheidung sei für sie keine Überraschung gewesen, sagt Eva Lux, Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Leverkusen. Schließlich sei Hiltrud Meier-Engelen, die ja bereits bei der vergangenen Wahl für die FDP für das Amt des Oberbürgermeisters kandidiert habe, jetzt in Rente gegangen. "Außerdem ist die Personaldecke der FDP recht dünn." Da sei es nicht so einfach, einen eigenen Kandidaten für dieses Amt zu finden. "Wahrscheinlich ist bei der FDP jetzt auch noch eine ganze Menge Euphorie im Spiel seit der Landtagswahl in Hessen, wo sie mehr als 16 Prozent erreicht hat", vermutet Eva Lux. Aber dieses Ergebnis könne man sicherlich nicht auf Leverkusen runter brechen.
Stimmenverluste für Küchler?
"Wir werden in der Fraktion wohl noch über diesen Schritt der FDP diskutieren müssen", betont Roswitha Arnold, Vorsitzende der Fraktion der Grünen im Rat. "Mich überrascht eigentlich nicht, dass die Liberalen keinen eigenen Kandidaten gestellt haben." Wohl sei es für sie aber überraschend, dass die FDP nun den Kandidaten der CDU, also Reinhard Buchhorn, unterstütze. Sie sei jedenfalls für die Oberbürgermeister-Wahl als Kandidatin der Grünen nominiert worden, so Arnold. Bei der vergangenen Kommunalwahl hatte sie 6,5 Prozent geholt. Sie befürchtet, dass SPD-Kandidat Ernst Küchler durch den Wegfall der Stichwahl Stimmen verlieren wird.
Wenn die FDP keinen eigenen Kandidaten stelle, müsse die Frage erlaubt sein, warum die Wähler überhaupt noch die Liberalen wählen sollten. "Die können ihr Kreuzchen direkt bei der CDU machen", sagt Bürgerlisten-Chef Erhard Schoofs. Die FDP habe mit der CDU im Rat zusammen ja auch alles gemeinsam beschlossen. "Sie verliert ihre Identität." Er gehe davon aus, dass bei dem Entschluss der FDP, den CDU-Kandidaten zu nominieren, hinter den Kulissen wie auf einem Basar gefeilscht worden sei. Gelassen reagiert Alfred Mertgen von den Freien Wählern OWG-UWG auf die Entscheidung der FDP. "Die haben in aller Ruhe abgewartet und dann den Weg eingeschlagen, den sie für richtig halten." Er selbst wolle nicht nur ein Alibi-Kandidat bei der Wahl für das Amt der Oberbürgermeisters sein", gibt sich Mertgen zuversichtlich. "Ich will Oberbürgermeister werden."
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