Leverkusen: Feuerwehrübung für den Ernstfall
VON BARBARA SCHMICKLER - zuletzt aktualisiert: 23.09.2009 - 14:18Leverkusen (RPO). Ein Junge liegt mit Knöchelbruch und Schrammen auf dem Boden, im ersten Stock rufen Jugendliche um Hilfe, aus dem Altbau der Katholischen Grundschule Kirchstraße dringt Rauch. Wenige Minuten später ist die Feuerwehr vor Ort. Der „Brand” am Dienstagabend ist nur eine Probe.
Die zwölf „Opfer” sind geschminkt und von der Jugendfeuerwehr, der Rauch kommt aus zwei Nebelmaschinen. Trotzdem muss alles schnell gehen. Wie bei einem richtigen Einsatz befragt der Einsatzleiter zuerst den Schulleiter: „Befinden sich noch Personen im Gebäude?” Hektisch wird gefunkt. „Unbekannter Rauch im Keller. Personen im Gebäude. Drehleiter anfahren.”
Die ersten Feuerwehrleute rollen die gelben Schläuche aus. Schaulustige stehen hinterm Schulzaun. Einige hatten schon vor Beginn der Übung den Rauch im Haus entdeckt und Alarm geschlagen. Ob mittlerweile alle verstanden haben, dass es nur eine Probe ist?
"Ortskundig bleiben"
Doch genau die ist wichtig: „Damit wir die Zusammenarbeit der Löschzüge mit dem Rettungsdienst trainieren”, sagt Feuerwehr- Chef Horst Schmidtberg. Regelmäßig übt die Freiwillige Feuerwehr Leichlingen, die in vier Löschzüge unterteilt ist. Ein Ziel: Ortskundig bleiben. „Gerade bei einer alten Schule wird viel umgebaut und dann ist nachher die Tür, durch die man immer durchkam, nicht mehr da”, sagt Oberbrandmeister Thomas Schmitz.
75 Einsatzkräfte, darunter zwölf Sanitäter vom Deutschen Roten Kreuz Solingen, rücken an. Christopher, ein „Verletzter”, kauert vor der Schule. Der Abschnittsleiter zeigt auf ihn: „Betreuen!” Während Christopher weg getragen wird, pirschen sich die ersten Feuerwehrmänner mit Axt und Atemmaske in den verrauchten Altbau vor.
Alle sind zufrieden
Draußen notiert ein anderer, wie lange die Kollegen in der Schule sind. Denn eine Atemmaske hält nur eine halbe Stunde. Inzwischen ist Löschzug 1 aus Stadtmitte mit einer Drehleiter angerückt, die vor der Schule ausgefahren wird. „Hilfe, holt uns doch verdammt”, ruft eine Schülerin von oben. Zwei tragbare Leitern werden an die Hauswand gelegt, Seile gespannt, noch mehr Kinder werden geborgen.
Nach über einer halben Stunde ist die Übung vorbei. Die Kinder schminken sich ab, lachen, einige fragen, ob sie bei der nächsten Übung wieder „Opfer” spielen dürfen. Für die Einsatzkräfte geht‘s zur Nachbesprechung. Alle sind zufrieden, die Zusammenarbeit funktioniere immer besser. Oberbrandmeister Schmitz: „Wir sind für den Ernstfall gerüstet.”







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