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Leverkusen: Fliegende Flaschen in Wiesdorf

VON ROMAN ZILLES - zuletzt aktualisiert: 04.06.2008

Leverkusen (RPO). Die Sicherheitslage in Wiesdorf hat sich etwas verbessert. Aber die Neuauflage der Diskussion über die Sicherheit zeigte, dass rund um die Kaiserstraße noch immer die Großfamilie für Ärger sorgt.

Rund 30 Gäste informierten sich über den Sicherheitsstand in Wiesdorf und stellten beherzt Fragen an die Experten. Foto: RPO

WIESDORF Die Lage hat sich beruhigt und verbessert. Mit dieser Nachricht verwöhnte der Leiter der Wiesdorfer Polizeiinspektion Wolfgang Elbracht seine Zuhörer: Im Vergleich mit dem vergangenen Jahr seien die Straßenkriminalitäts-Delikte auf dem Rückzug. Auch die bekannte Großfamilie verhalte sich in Wiesdorf „etwas gesetzeskonformer“, lautete Elbrachts Einschätzung zu Beginn des Gesprächs über die Sicherheitslage in Wiesdorf. Hatte das Thema im Januar noch rund 60 Gäste angelockt, waren es nun lediglich 30. Ein Indiz für eine allgemeine Zufriedenheit war das geringere Interesse aber nicht.

Polizeiinspektionschef Wolfgang Elbracht (l.) stellte auch Sozialdezernent Frank Stein (2.v.l.) die Daten vor. Foto: RPO

Dies zeigte sich schnell: Kaum war die Diskussion, zu der CDU und SPD geladen hatten, eröffnet, schütteten die Gäste ihre Herzen in Sachen Großfamilie aus: Beim Nachwuchs zeige sich keine Besserung. „Insbesondere die Jungen haben keinen Respekt“, sagte ein Mann, während eine Frau berichtete, dass sie von den Kindern zuletzt zwei Mal bespuckt worden sei. Eine andere Frau bemerkte, sie sei mit Flaschen beworfen worden, und ein Anwohner der Kaiserstraße schäme sich, wenn er Besuch empfängt, weil die Großfamilie dort ein Haus herunterkommen lasse.

Aufkleber mit Polizei-Ruf

Aber auch Erreichbarkeit und Freundlichkeit der Polizei wurden bemängelt. Mancher berichtete, er sei bei Beschwerden unsanft behandelt worden, anderen mangelte es an der richtigen Telefonnummer. Letzteren konnte Elbracht Abhilfe leisten: In Notfällen die 110 und bei weniger dringendem Ärger: 0221 229-4730. Dezernent Frank Stein kam sogleich der Gedanke, Aufkleber mit den Kontakt-Nummer der Polizei in Leverkusen verteilen zu lassen. „Vielleicht findet sich jemand, der darauf wirbt und die Aufkleber bezahlt“, sagte Stein.

Zuvor hatte der Dezernent die Pläne zur Einführung des privaten Sicherheitsdienstes erläutert. Insgesamt kamen die Ideen gut an. Nur sollte die Streife künftig noch (zahlenmäßig und finanziell) ausgedehnt werden. „Denn“, bemängelte ein Gast, „bei Großveranstaltungen zeigt der Sicherheitsdienst Präsenz. Aber wenn ich nachts durch Wiesdorf laufe, werde ich mich nicht sicherer fühlen als bisher.“

Quelle: RP

 
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