Leverkusen: Flugkopfbälle in der Sandgrube
VON SEBASTIAN LAULE - zuletzt aktualisiert: 01.10.2008Leverkusen (RPO). Norbert Schumann bringt in den Herbstferien in seiner Soccer Akademie den Nachwuchskickern so einiges in puncto Technik, Koordination und Torschüssen bei.
WIESDORF An solch einen Trainer muss sich so manch junger Fußballer erstmal gewöhnen. Gerade steht Torschuss kombiniert mit einem Hindernisparcours auf dem Programm, und wenn Norbert Schumann nicht gefällt, was er da sieht, bekommen das seine Schützlinge im Alter von fünf und sechs Jahren deutlich zu hören. „Kingsley, hast Du schon mal eine alte Oma Fußball spielen sehen? Denn bei dir sieht das genauso aus, mach gefälligst schneller“, ruft der knorrige Trainer. Aber trotz seiner derben Wortwahl schwingt auch immer genug Herzlichkeit mit, erst recht wenn der Leiter der Soccer Akademie seinen Spielern dabei gleichzeitig die Schnürsenkel zubindet.
Trainingscamps
Seit ihrer Gründung 2006 richtet die Soccer Akademie regelmäßig in den Schulen Trainingscamps aus. Die Gruppeneinteilung erfolgt dem Alter und dem Leistungsstandard entsprechend, um die bestmögliche Ausbildung zu gewährleisten.
Keine Beschäftigungstherapie
Daher nimmt der Neffe von Bayer 04-Profi Hans Sarpei die aufmunternde Kritik mit einem Lächeln zur Kenntnis, freilich nicht, ohne sich beim nächsten Durchgang mehr ins Zeug zu legen. „Manchmal brauchen die das“, erklärt Schumann, „immer nur in Watte packen bringt einen nicht vorwärts.“ Der ehemalige DDR-Oberligaspieler vom FC Carl Zeiss Jena leitet das Trainingscamp seiner Akademie in der ersten Herbstferienwoche mit klarer Zielsetzung. „Natürlich sollen alle zu jeder Zeit mit Spaß bei der Sache sein, aber das hier ist keine Beschäftigungstherapie, die Kinder sollen sich in puncto Technik, Koordination und Schusstechnik verbessern“, betont der Fußballlehrer. Schon zu DDR-Zeiten war Schumann Jugendtrainer in Jena, später acht Jahre bei Bayer 04, daher weiß er, was dort verlangt wird.
Zwei Einheiten pro Tag
Im fünftägigen Camp auf der Sportanlage des BV Wiesdorf stehen zwei Einheiten pro Tag auf dem Programm, dazwischen gibt’s viel Obst und gesunde Getränke. Pausen fallen allerdings nur kurz aus, ruhig Sitzen fällt den 21 Rackern sichtlich schwer, lieber jagen sie dem runden Leder hinterher. Das Schönste von allem sind Flugkopfbälle und Fallrückzieher in der Sandgrube. Auch hier gehört der nötige Ernst dazu. „Ihr müsst zuhören und nicht rumalbern“, sagt Schumann. „Ihr wollt doch sicher alle später Profis werden?“ Eine Frage, die sich mit einem langgezogenen „Jaaaaaaa!“ fast wie von selbst beantwortet.
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