Leverkusen: Fotoschau an historischem Ort
VON MONIKA KLEIN - zuletzt aktualisiert: 17.10.2009Leverkusen (RPO). Die ehemalige Kornbrennerei Witzheller gehört in diesem Jahr erstmals zu den Stätten der Leverkusener Kunstnacht. Dort stellen Günther Aubel, Heiko Bitter und Georg Bortfeldt aus.
Bisher waren Günther Aubel und Heiko Bitter bei jeder Kunstnacht selbst unterwegs und haben sich so viele Stationen wie möglich angesehen. Dieses Mal werden sie zu Hause bleiben, beziehungsweise an ihrem Arbeitsplatz, der in diesem Jahr erstmals in das Shuttle-Bus-Netz für die fünfte Kunstnacht aufgenommen ist, als östlichste von 38 Stationen, die zwischen 18 und 24 Uhr öffnen.
2003 ausgebrannt
Zusammen mit ihrem Kollegen Georg Bortfeldt zeigen die ausgebildeten Fotografen Arbeiten aus ihrer Freizeit an einem historischen Ort. 1862 wurde an der Altenberger Straße in Kamp die "Bergische Kornbranntwein Brennerei & Likörfabrik" der Gebrüder Witzheller gegründet. So steht es auf der frisch renovierten historischen Fassade des Anwesens zu lesen, das 2003 ausgebrannt ist. Damals war der Geist der Gründer schon längst verflogen. Ein Fitnessinstitut hatte sich in der Halle niedergelassen, die Fassade, die heute weißen Anstrich und eine golden ausgemalte Aufschrift trägt, leuchtete in profanem Orange.
Italien-Texte
Die ehemalige Witzheller Kornbrennerei, Altenberger Straße 147, ist zur 5. Leverkusener Kunstnacht, 30. Oktober, ab 18 Uhr geöffnet. Stündlich, in Abstimmung mit dem Busfahrplan, gibt es eine Lesung von Texten über Venedig und Italien. Angefahren wird der Ort vom Kleinbus-Shuttle aus Opladen.
Fahrpläne auf dem Poster oder unter www.kunstnacht-lev.de
Seit drei Jahren werden Haupthaus und Hallen wieder gewerblich genutzt, zum größten Teil von der "FB Visuelle Kommunikation". Digitaldrucke in Megaformaten werden nebenan in der Halle hergestellt, aus der die alkoholischen Dämpfe der Korn- und Likörherstellung längst abgezogen sind. Innen ist alles modernisiert, das abgebrannte Holzdach wurde durch eine moderne Eisenkonstruktion ersetzt. Die Kellergewölbe und Außenwände blieben erhalten. Allerdings hat man die Fabrikfenster in der nun wärmegedämmten Halle modernisiert. Geblieben ist auch die Rampe, die nach wie vor genutzt wird, wenn große bedruckte Stellwände, meist für den Messebau, den Herstellungsort verlassen.
Die neuen Inhaber beschäftigten sich intensiv mit der Geschichte des Hauses und haben eine Wort- und Bilddokumentation auf mehrere Leinenfahnen gedruckt, die sie schon einmal als historische Ausstellung in der Volksbank zeigten. Damit sich Kunstnachtbesucher nicht nur einen Eindruck von einer modernen Druckerei für Großobjekte, sondern auch von der Historie des Gebäudes verschaffen können, werden die Ständer hier nochmals präsentiert. Doch in erster Linie sollen Wände und Messeaufsteller mit eigenen Fotografien bestückt werden. Arbeiten, zu denen die Fotografen nur noch in ihrer Freizeit kommen.
Alle drei arbeiten mit der Kamera, aber auf ganz unterschiedliche Weise. Georg Bortfeldt porträtierte Arbeiter bei ihrer Tätigkeit im Umfeld von raumgreifenden Maschinen, zwischen Schaltknöpfen und Werkbänken in Schwarzweiß auf Leinen gedruckt. Heiko Bitter faszinierte das ausgesprochen bunte Treiben beim Karneval in Venedig. Vorzugsweise bei Sonnenaufgang fotografierte er die imposanten Figuren mit ihren Masken und aufwändigen Kostümen, die er im Großformat auf Hochglanzpapier abzog. Günther Aubel konstruierte seine Nahaufnahmen mit profanem Packpapier, das er als glatte Fläche, aber auch geknotet und geknautscht, gerollt oder zur kleinen gerissenen Skulptur formte. Dabei entstanden ausgesprochen ästhetische Schwarzweißbilder, die allein auf grafische Wirkung abzielen.
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