Opladen: Frauen feiern am besten
VON ROMAN ZILLES - zuletzt aktualisiert: 22.01.2008Opladen (RPO). Text- und stilsicher zeigten sich die rund 400 Besucherinnen der Damensitzung der KG Wupperveilchen. In der Opladener Stadthalle mussten sich die Frauen nicht erst in Stimmung schunkeln: Sie waren auf Knopfdruck da.
Manfred Luxem ist Vorsitzender der KG Wupperveilchen. Seit 41 Jahren ist er aktiv im Karneval. Seinem Urteil darf also Gewicht beigemessen werden. Luxem – alle Männer müssen jetzt tapfer sein – sagt: „Frauen können feiern.“ Über die Herren der Schöpfung kommt ihm der Satz nicht über die Lippen. Als mildernder Umstand kann noch herhalten, dass der Vorsitzende der Opladener KG zum Zeitpunkt der Aussage unter dem Eindruck der Damensitzung der Wupperveilchen stand. „Frauen“, fährt Luxem lächelnd fort, „sind auf Knopfdruck da. Die müssen sich Lustigkeit nicht erst antrinken.“
Wellness auf der Bühne
Verschwitzt, aber zufrieden: So stieg Paveier-Sänger Micky Brühl nach dem Gastspiel bei der Wupperveilchen-Damensitzung von der Bühne. Hatte er sich etwa angestrengt? Ach was, stellte Brühl klar: „Ein Auftritt bei der Damensitzung in Opladen ist wie Urlaub, wie ein Wellness-Tag.“
Wie schön für die Damenwelt, dass sie am Sonntag unter sich waren in der Opladener Stadthalle. Keine Männer da, auf die sie in Sachen Fröhlich- und Ausgelassenheit warten mussten. Mit dem Einzug des Elferrates legten die rund 400 Frauen den Schalter um und hefteten der Damensitzung von Anfang bis Ende das Prädikat „stimmungsvoll“ an. Textsicher beim Mitsingen, stilsicher in der Auswahl ihrer Garderobe. Denn: Auch in Sachen Kostümierung gibt es himmelweite Unterschiede zwischen Mann und Frau. Experte Luxem verdeutlicht: „Frauen können eben feiern. Das zeigt sich auch bei der Verkleidung.“ Sprich: Lacht mann gern in Zivil, schunkelt frau im liebevoll gestalteten Kostüm.
Zu den Vorzügen jecker Frauen gehört auch, dass sie ihren Sitzungen treu bleiben. Zwei von drei Damen kommen Jahr für Jahr wieder zu den Wupperveilchen. Damit das so bleibt, lotsten Präsident Achim Tolksdorf und Literat Andeas Edelmann zur anderthalb Wochen vorgezogenen Weiberfastnacht bekannte Namen auf die Stadthallenbühne: Paveier und Colör, aber auch die Musiker von „Zollhuus“, Bauchredner „Klaus&Willi“, „Mr. Feinripp“ und das Tanzcorps der Gastgeber kamen gut an.
Am besten gefielen Monika Haase die Paveier. Die Manforterin ist zwar noch auf dem Weg zum Stammgast – es war ihr zweiter Besuch bei den Wupperveilchen. Aber, wo sie Paveier-Sänger Micky Brühl abpassen konnte, um ihn um ein Autogramm zu bitten, das wusste sie schon genau. „Früher habe ich Künstlern oft einen Knopf abgeschnitten und an mein Kostüm genäht“, erzählt Haase. Inzwischen sei das Knöpfchen-Kostüm aber in der Waschmaschine eingelaufen und sie dazu übergegangen, die Musiker um kleine Anstecker zu bitten. „Ich gebe im Austausch dann Anstecker von kleinen Autos“, bemerkt Haase. Die Masche funktioniere.
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