Leverkusen: Friedliches Schneederby
VON SEBASTIAN KUNIGKEIT - zuletzt aktualisiert: 05.12.2010 - 19:13Leverkusen (RPO). Allgemeine Erleichterung: Das Aufeinandertreffen von Bayer 04 und 1. FC Köln verlief auch abseits des Spielfelds friedlich, nur sehr vereinzelt kam es zu kleineren Zwischenfällen. Die Polizei wertete den friedlichen Verlauf als Erfolg ihrer Strategie. Die Sicherheitsvorkehrungen waren extrem hoch, weil es in der Vergangenheit bei solchen Derbys öfter zu gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen war (wir berichteten).
„Die Anreise verlief erstaunlich problemlos, trotz oder zum Teil vielleicht auch gerade wegen der Witterung“, sagte ein Kölner Polizeisprecher. Im eisig-feuchten Winterwetter hatten viele Fans meist nur eins im Kopf: möglichst schnell zum Stadion – und hinterher wieder weg. Zudem zeigten die Ordnungshüter entlang der Anreiserouten massiv Präsenz und versuchten früh, eventuelle Krawallmacher vom Gros der Fans zu isolieren.
Leibesvisitation am Bahnhof
Am Bahnhof City wurden Kölner und Leverkusener Fans zu verschiedenen Seiten aus dem Bahnhof geleitet. Eine Gruppe provokant auftretender Kölner hielt die Polizei kurz fest und ließ sie erst nach Leibesvisitationen und unter Aufsicht den Fußweg zum Stadion antreten.
Einige Fans entzündeten beim Aussteigen Böller und bengalische Feuer. Weil sie diese auch unter eine Lok warfen und der Rauch Brandalarm auslöste, blieb ein Regionalexpress im Bahnhof liegen. Dadurch kam es zu Verzögerungen im Zugverkehr. Bei der Explosion der Knallkörper habe ein Polizist ein Knalltrauma erlitten, teilte die Bundespolizei mit. Der Beamte konnte im Dienst bleiben, es wurde Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Einige Fans schmuggelten bengalische Feuer bis ins Stadion: Kurz nach Anpfiff flogen diese aus dem Kölner Block aufs Spielfeld.
Während der Anreise wurden die Fans der gegnerischen Clubs jedoch nicht völlig getrennt, teils liefen sie in trauter Eintracht durch das Schneegestöber entlang der Dhünn in Richtung Stadion. Entgegen der Planungen wurden auch Pendelbusse gemeinsam genutzt – weil die Schilder zugeschneit waren. „Auch da sind die Fans aber absolut friedlich geblieben“, lobte der Polizei-Sprecher.
Eine abstruse Seite der hohen Sicherheitsvorkehrungen erlebten die Mitarbeiter des städtischen Winterdienstes. Die wurden von der Polizei daran gehindert, Bismarckstraße und Dhünn-Radweg zu räumen. Dies berichtete Joachim Pawellek, Leiter der Straßenreinigung bei den Technischen Betrieben Leverkusen (TBL), im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Ordnungskräfte hätten darauf verwiesen, dass es sich um eine Sicherheitszone handele.
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