Leverkusen: Gabriele Moritz' bunte Welt
VON MONIKA KLEIN - zuletzt aktualisiert: 21.01.2010Leverkusen (RPO). Die Witzheldener Künstlerin ist der Faszination von Mosaiken erlegen. Inzwischen bietet sie in ihrem Atelier in Altenbach verschiedene Kurse an, darunter auch einen für Kinder.
WITZHELDEN Ihre Visitenkarte hat Gabriele Moritz schon vor dem Gartentor ausgelegt: Eine Bank, deren Sitzfläche als Mosaik gestaltet ist. Entsprechende bunte Kugeln, Herzen und Platten säumen den Weg zur Haustür. Das ausgesprochene Interesse für Mosaike wurde in Spanien geweckt. Fünf Jahre lang lebte sie in Barcelona, war fasziniert von den Arbeiten Gaudis und hatte den Wunsch, diese Gestaltungsweise mit kleinen Glasstücken selbst zu probieren. Dort lernte sie die Technik und parallel Möbelrestauration. Als sie nach insgesamt zehn Jahren Auslandsaufenthalt nach Deutschland zurückkehrte, wollte und konnte sie nicht einfach so in ihren alten Beruf als Arzthelferin einsteigen.
Erste Schritte im Bürgerhaus
Genau zur richtigen Zeit entdeckte sie die Anzeige einer Schule für Bildende Kunst und Kunsttherapie in Bochum. Nach dreieinhalb Jahren Fernstudium mit Wochenendseminaren hat sie dort gerade ihre letzte Prüfung abgelegt. Mit dem Zertifikat kann sie sich nun als Kunsttherapeutin in Einrichtungen wie Kindergärten, Seniorenheimen oder Krankenhäusern bewerben.
Künstlerisches Arbeiten in Gruppen zu vermitteln , das hat sie längst praktisch erprobt. Angefangen hat es im unmittelbaren Bekanntenkreis, nachdem sich Gabriele Moritz mit einer Mosaikkugel an der Ausstellung Leichlingen Kreativ im Bürgerhaus beteiligt hatte, für sie war das der erste Schritt in die Öffentlichkeit. "Das möchte ich auch können", war die gleiche Reaktion bei mehreren Freundinnen – und damit war der erste Mosaik-Kursus beisammen. Inzwischen folgten weitere Gruppen, auch Kurse für Kinder, die in ihrem Keller-Atelier in Altenbach arbeiteten.
Dort ist alles dafür eingerichtet. Die Arbeitsplätze verteilen sich rund um einen großen Tisch, an den Wänden finden sich die nötigen Werkzeuge und Materialien, vor allem natürlich Glas in allen Farben und Schattierungen. Hier kann gestaltet, gebrochen und mit Kleber gematscht werden. "Mein Ziel ist nicht das Herstellen von Kunst, sondern einen Ausgleich zu schaffen", erklärt Gabriele Moritz ihren Ansatz. Das Wort Kunsttherapie mag sie nicht so besonders, weil es sich nach Krankheit anhört. Aber ihre Kursteilnehmerinnen sehen die kreativen Ausdrucksmöglichkeit als Prophylaxe, als Möglichkeit, dem Alltagsstress zu entkommen und ein Ventil zu nutzen. Neuerdings bietet Moritz auch Malkurse unter diesem Aspekt an. Dazu wurde sie durch ihr Fernstudium ermutigt. Meditatives Malen, frei, nach Musik und Bewegung oder in Mandalas sind ebenso Optionen wie eine nonverbale Kommunikation mit Farbe oder Mosaik. Ohne ein einziges Wort zu sprechen entstanden im Kursus Gemeinschaftsarbeiten.
Trauerarbeit
Gabriele Moritz macht auch Trauerarbeit. Durch einen Todesfall im Freundeskreis hat sie damit begonnen, andere bei der Gestaltung von individuellen Mosaiken als Grabschmuck anzuleiten. Dieses praktische Tun für einen lieben Verstorbenen gebe Menschen die Möglichkeit, ihm noch einmal ganz nahe zu kommen und die eigene Trauer zu verarbeiten.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum






