Leverkusen: Gasse wird doch nicht gesperrt
VON TOBIAS KRELL - zuletzt aktualisiert: 23.01.2008Leverkusen (RPO). Einen eigenen Namen hat der kleine Stichweg zwischen In der Meie und Hauptstraße nicht. Und doch sorgte er im Witzheldener Bezirksausschuss für einige Aufregung. Die CDU und Grünen-Vertreter Wolfgang Müller-Breuer wollten die Einbahnstraße, die als Schulweg genutzt wird, ganz für den Autoverkehr sperren. Es setzten sich jedoch knapp UWG-Mann Hermann Terjung und die SPD durch. Deshalb bleibt nun alles, wie es ist.
Es ging ziemlich emotional zu bei dieser Diskussion im Klassenzimmer einer dritten Klasse der Grundschule Flamerscheid. Auch ein Großteil der anwesenden Bürger war an der Entscheidung interessiert. Manfred Aust (SPD) berief sich auf eine eigene Umfrage unter den Anwohnern. „Wir können am Willen der Bürger nicht vorbei gehen. Das ist für uns eine Selbstverständlichkeit“, sagte er. Von 105 Befragten hätten sich nur 21,9 Prozent für eine Sperrung ausgesprochen, die übrigen 78,1 Prozent dagegen.
Renate Bucher (CDU) warf den Sozialdemokraten vor, die Bequemlichkeit von Autofahrern höher zu bewerten als die Sicherheit von Kindern. Dass es laut Polizei in den letzten beiden Jahren nicht zu Unfällen in der Gasse gekommen sei, wie Terjung betonte, sei pures Glück, ergänzte der CDU-Politiker Michael Strieker. Anwohner Volker Bünten, auf dessen Wunsch über diese Frage im Ausschuss diskutiert wurde, wusste von einigen Beinahe- und tatsächlichen Unfällen zu berichten.
„Es wurde nur nicht jedes Mal die Polizei geholt. Aber mit Fotos kann ich einige der Unfälle belegen, bei denen zum Teil mehrere tausend Euro Sachschaden entstanden sind“, sagte er. Waghalsigen Ausweich- und Bremsmanövern sei es zu verdanken, dass in der Gasse noch keine Menschen zu Schaden gekommen seien. Mit einer Fahrbahn von knapp 2,65 Metern Breite und einem Bürgersteig von teilweise unter 70 Zentimetern ist sie seiner Meinung nach zu eng für Autoverkehr.
Auch die Verwaltung in Person von Barbara Sauer hatte sich für die Sperrung des von einigen Autofahrern als Abkürzung benutzten Weges ausgesprochen. Im Gegensatz zu einer ähnlichen Diskussion vor einigen Jahren spräche nun auch keine Feuerwehrnutzung mehr gegen Absperr-Poller. Denn die Einsatz-Fahrzeuge kommen ohnehin schon seit längerem dort nicht mehr durch.
Ein anderer Anwohner verwies wie Aust auf Verkehrsprobleme an der Einmündung des Schulwegs auf die Hauptstraße, die bei einer Sperrung stärker befahren würde. „Dort gab es in den letzten beiden Jahren drei polizeibekannte Unfälle“, sagte der Mann.
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