Opladen: GBO-Mieter künftig multimedial
VON STEFAN SCHNEIDER - zuletzt aktualisiert: 27.10.2006Opladen (RPO). Die Umrüstung der Wohnungen auf Breitbandkabel-Technik könnte in der Zukunft noch mehr Möglichkeiten bieten als Fernsehen gucken, Telefonieren oder im Internet surfen. Auch der elektronische Kontakt zwischen Genossenschaft und Mietern via Bildschirm ist vorstellbar.
Die Mieter des Gemeinnützigen Bauvereins Opladen (GBO) können künftig über ihren Kabelanschluss analoge und digitale Fernsehprogramme empfangen, das Internet nutzen und telefonieren. In Kooperation mit dem Kabelnetzbetreiber Ish werden zur Zeit sämtliche 1550 GBO-Wohnungen entsprechend technisch umgerüstet. Ende November sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, die dann – ohne die Vorplanung – insgesamt rund zwei Monate in Anspruch genommen haben. In allen 1550 Wohnungen gibt es dann eine so genannte Multimedia-Steckdose mit Anschlüssen für Fernseher, Telefon und Internet.
Doch die Entwicklung soll noch weiter gehen. Bernd Fass, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des GBO, denkt bereits an neue Dienstleistungen, die man den Mietern mit Hilfe der Breitbandkabel-Technik zugänglich machen könnte. Seine Idee: Zwischen einer Servicezentrale der GBO und den Wohnungen der Mieter könnten irgendwann Bild- und Tonverbindungen hergestellt werden, die eine direkte Kommunikation ermöglichen würden. Fass verglich dies gestern bei einem Pressegespräch mit einem „elektronischen schwarzen Brett“. Die Technik könnte auch in Notfällen oder für die Betreuung kranker oder gebrechlicher Mieter hilfreich sein, glaubt der GBO-Geschäftsführer.
Das Netzwerk
Der Kabelnetzbetreiber Ish bildet mit den Kabelnetzbetreibern Iesy und Tele Columbus sowie dem Pay-TV-Rechteinhaber für die Fußball-Bundesliga, Arena, den Verbund Unity Media. Bei Ish, Iesy und Tele Columbus sind insgesamt rund 2000 Mitarbeiter beschäftigt.
Versorgt werden Kabelnetze in Nordrhein-Westfalen und Hessen.
Das freilich ist vorerst noch Zukunftsmusik. Die Akzeptanz der neuen Breitbandkabel-Technik bei den Mietern, die für das Angebot monatlich etwa fünf Euro mehr bezahlen müssen als für ihre bisherige Ausstattung, sei hoch, berichtete Fass. Lediglich eine kleine Gruppe von etwa zehn Mietern lehne die Umrüstung ab. „Aber mit denen haben wir bereits Gespräche geführt“, sagte Fass.
Die Umrüstung im großen Stil biete für den GBO zwei wesentliche Vorteile: Alle Wohnungen würden auf einen Schlag auf einen technisch modernen Stand gebracht; zudem habe man mit Ish einen günstigen Preis aushandeln können.
Der tue seinem Unternehmen schon ein bisschen weh, meinte Ish-Vertriebsleiter Christoph Lüthe mit einem Schmunzeln. Aber so sei das eben, wenn man als verhältnismäßig neuer Anbieter den Markt erobern wolle. Das Durcheinander, das bei der Übernahme des Kabelnetzes durch Ish in früheren Zeiten bei der Programmbelegung am heimischen Fernsehgerät entstanden war und viele Kunden sehr verärgert hatte, gehöre der Vergangenheit an, betonte Lüthe. „Heute müssen nur noch drei Kabelkanäle umgelegt werden.“ Dabei handele es sich auch nicht um die der „großen“ TV-Anstalten wie ARD, ZDF oder RTL, sondern um eher weniger populäre Programme.
Bei Ish sieht man die Kooperation mit dem GBO als wichtigen Schritt, in Leverkusen neue Kunden zu gewinnen. Kabeltechnisch sei das gesamte Stadtgebiet inzwischen erschlossen, sagte Lüthe.
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