Leverkusen: Geldautomat soll Karten reparieren
VON PETER KORN - zuletzt aktualisiert: 12.01.2010Leverkusen (RPO). Die Geldinstitute wollen die fehlerhaften EC- und Kreditkarten schnell wieder funktionstüchtig machen. Die Sparkasse Leverkusen favorisiert, neue Daten aufzuspielen, wenn die Kunden den Geldautomaten benutzen.
Wer in den kommenden Tagen ins Ausland reist, sollte vorsorglich Bargeld und Reiseschecks mitnehmen. Denn es ist keineswegs sicher, dass seine EC- oder Kreditkarten in Geschäften oder an Geldautomaten funktionieren – immer noch eine Auswirkung der Programmier-Panne eines Software-Herstellers, die bei den Volks- und Raiffeisenbanken vier Millionen und bei den Sparkassen und Landesbanken 23,5 Millionen Karten teils unbrauchbar gemacht hat.
Immerhin: Die Geldinstitute wollen die fehlerhaften Karten möglichst schnell wieder funktionstüchtig machen. Dazu soll der Chip neu programmiert werden, wie der Zentrale Kreditausschuss (ZKA) erklärt, in dem die Bankenverbände zusammengeschlossen sind.
Service-Hotline
Wer bei Auslandsreisen Karten-Probleme hat, kann sich an das Service Center der Sparkasse Leverkusen wenden (Tel. 0214-3550). In jedem Fall sollte vorab geprüft werden, ob ob man auch per Rechnung und Überweisung im jeweiligen Reiseland zahlen kann. Die Sparkasse empfiehlt ihren Kunden außerdem, die Zugangsdaten für Telefon-Banking oder Online-Banking (PIN, TAN) mitzunehmen, um notfalls überweisen zu können.
Verfahren steht noch nicht fest
Weil der Beschluss in diesem Gremium getroffen wird, kann Ingo Schneider, Pressesprecher der Sparkasse Leverkusen, aber noch nicht sagen, wann und wie genau die Neuprogrammierung laufen soll. "Man könnte die Leute in die Filialen bestellen", sagt er. "Wahrscheinlicher ist aber, dass die Daten aufgespielt werden, wenn die Kunden mit ihrer Karte einen Geldautomaten benutzen."
Zurzeit werde eine Software entwickelt, die genau das leisten solle. Sorgen hinsichtlich des Datenschutzes sind nach Auffassung von Ingo Schneider dabei unbegründet. "Der Chip von EC- und Kreditkarten ist jeweils zweigeteilt", erläutert er. "Ein Bereich besteht aus den geschützten Kunden- und Kontodaten, der andere aus allgemein zugänglichen wie etwa der Gültigkeitsdauer der Karte." Genau auf diesem zugänglichen Teil sei die Datenpanne aufgetreten, berichtet der Sparkassen-Sprecher: "Wäre sie im Sicherheitsbereich gewesen, hätten wir nichts anderes tun können, als die Karten auszutauschen." Denn wer versuche, dort etwas zu verändern, bewirke nur, dass alle Informationen gelöscht würden.
Damit die betroffenen Karten im Ausland akzeptiert werden, haben die Sparkassen Kontakt zu vielen Partnern in den europäischen Hauptreiseländern aufgenommen, betont Ingo Schneider. Ergebnis: In Österreich funktionieren die Karten wieder an jedem zweiten Händlerterminal, in der Schweiz an allen. Bei den Geldautomaten sei es noch eine Frage von einigen Tagen.
Wie in der Schweiz akzeptieren auch in Luxemburg alle Händler die Karten wieder. Die Geldautomaten sollten jedoch gemieden werden, da sie nicht umprogrammiert werden. In Frankreich funktionieren Karten an den Geldautomaten der Credit Mutuel-CIC-Bankengruppe.
Eine genaue Übersicht gibt es im Internet unter www.sparkasse-lev.de. Wer erst in 14 Tagen ins Ausland muss, kann sich schnell noch eine neue Karte ausstellen lassen.
Mitarbeiter der Firma Lanxess, die ins Ausland reisen, muss die Datenpanne übrigens nicht stören, wie ein Sprecher versichert: "Wir haben eine eigene Lanxess-Kreditkarte." Auch bei Bayer hieß es, niemand sei betroffen.
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