Hitdorf: Gemeuchelt wird auf jeden Fall
VON MONIKA KLEIN - zuletzt aktualisiert: 10.02.2007Hitdorf (RPO). Im Matchboxtheater sind die Tragödien von Wilhelm Shakespeare zu sehen.
Der Zuschauer reist im schnellen Wechsel von England nach Schottland und von Ägypten nach Dänemark.Wer die Leichen zählen will, die an diesem Wochenende auf der kleinen Bühne des Matchboxtheaters dahin sinken, der muss gut aufpassen. Denn dort sind die tragischsten Tragödien von William Shakespeare an nur einem Abend zu sehen - leicht gekürzt und nicht gerade tragisch ernst zusammen gefasst. In kurzen Schnitten treffen der meuchelnde „Richard III“, „Macbeth“, „Hamlet“ und „Antonius & Cleopatra“ aufeinander. Das heißt, sie begegnen sich nicht wirklich, sondern die Bühne wird schleunigst geräumt, bevor man von England nach Schottland, von Ägypten nach Dänemark zappt. Diese Produktion von „Shakespeares Greatest Hits“ ist das sehenswerte Ergebnis eines Theaterkurses, der seit dem Sommer an der Umsetzung der Komödie von George Isherwood gearbeitet hat.
Regie führte Kursleiterin Marion Bryx, die auch für das richtige Licht und passende Musikeinspielungen sorgt. Sie habe zunächst Zweifel gehabt, ob sich das Stück wirklich für ihr Kursteilnehmer eignet. Denn sie haben wirklich grotesk überzogene Szenen zu spielen, dürfen aber nicht der Gefahr erliegen, nur in oberflächlichen Klamauk abzurutschen. Immerhin sind fast alle der 13 bis 17-Jährigen schon Fortgeschrittene auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Und das ist durchaus zu merken. Außerdem sind sie bei aller quirligen Ausgelassenheit, die bei der Generalprobe noch hinter der Bühne herrschte, ziemlich diszipliniert. Das ist allerdings auch unbedingte Voraussetzung für die schnelle Schnittfolge, die den besonderen Charme dieser Komödie mit alten Bekannten. Die Besetzungsliste ist erstaunlich lang und wird von nur 13 Personen, bis auf zwei Ausnahmen Darstellerinnen, gefüllt. In Windeseile gilt es von einem Kostüm und damit von einem Charakter in den anderen zu schlüpfen, während ein Radiomoderator die Umbau-Dunkelheit überbrückt, und schon geht es im nächsten Stück weiter. Viele schöne Ideen faszinieren während des flotten und engagierten Spiels. Beispielsweise der dramatische Auftritt des Todes, Lichteffekte hinter einem transparenten Tuch und die Tatsache, dass die Handlung immer wieder in den Zuschauerraum hinein getragen wird. Intelligent wurde eine Schlachtszene zwischen römischen und ägyptischen Soldaten gelöst - mit einem Ausstattungstrick. Die golddurchwirkten Kopfbedeckungen der Ägypter lassen sich herunter klappen und werden zum Schutzpanzer mit der Aufschrift „Imperium Romanum“. So können die Protagonisten in Sekundenschnelle die Seiten wechseln - eine beeindruckende Szene.
Aufführungen heute um 19 Uhr, am Sonntag um 18 Uhr im Matchboxtheaer








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